Sechs Mal standen die Panther in dieser Saison in hauchdünn entschiedenen Spielen bislang ohne Zählbares da. Im Derby hat es nun endlich geklappt: Mit einem Treffer in letzter Sekunde sicherte sich die Mannschaft von Trainer Martin Wild am Donnerstagabend beim Nachholderby gegen Rimpar in der Würzburger S.Oliver-Arena ein 23:23 (11:11)-Remis.

Für schwache Nerven war die Schlussphase des Krimis nichts. 23:22 führten die Gastgeber 50 Sekunden vor Schluss. Falk Kolodziej schritt zum Siebenmeter – und scheiterte an Rimpars Keeper Andreas Wieser. Im Nachhinein betrachtet vielleicht sogar ein Glücksfall. Denn hätte Kolo getroffen, hätten die Rimparer genügend Zeit für den Siegtreffer gehabt.

Stattdessen wehrte Wieser den Ball ins Seiten-Aus ab, die Panther blieben in Ballbesitz. Fünf Sekunden vor Schluss stoppte die starke Rimparer Abwehr den Brucker Angriff mit einem Foul. Der Odeur der siebten Saisonniederlage mit einem Tor Differenz lag bereits in der Luft. Aber Yannick Engelmann wollte diesen nicht schnuppern. Er bekam den Ball nach dem Freiwurf und netzte mit einem Durchbruch eiskalt zum Punktegewinn ein. Der Rest war Jubel.

Wild sprach nach der Partie von einem gewonnenen Punkt – zumal seine Mannschaft in der 46. Minute bereits mit vier Toren im Rückstand lag. „Aber wir haben wieder einmal tolle Moral gezeigt und wurden endlich auch mal dafür belohnt“, sagte der Übungsleiter. Dabei war er mit der ersten Halbzeit gar nicht so sehr zufrieden. Sogar recht laut sei es in der Kabine geworden. „Wir haben im Angriff wieder einmal zu viel liegen lassen“, monierte Wild.

Immer wieder scheiterten die Panther am überragenden Wölfe-Torhüter Marino Mallwitz, der in der Schlussphase benommen vom Spielfeld geführt werden musste, nachdem er mit dem Kopf unglücklich gegen den Pfosten geknallt war. Davor hatte er mit 15 Paraden fast 43 Prozent der Brucker Würfe abgewehrt. Dazu stand die Rimparer Abwehr gut.

Aber auch die Panther-Defensive packte ordentlich zu und war im Umschaltspiel reaktionsschnell. Das Gegenstoßspiel beider Teams kam daher so gut wie gar nicht zur Geltung. Beim Stand von 14:18 schien die Partie den Panthern dann aus den Händen zu gleiten, wie Wild bemerkte. Doch im Gegensatz zum vorangegangenen Spiel gegen Dessau-Roßlau ließen die Panther die Köpfe nicht hängen und arbeiteten sich wieder zurück ins Spiel – mit Engelmanns unwiderstehlichem Durchbruch als Höhepunkt.

Andreas Daschner