Es ist wie verhext: Bereits zum sechsten Mal haben die Panther in dieser Spielzeit eine Partie mit nur einem Tor Differenz verloren. Beim 28:29 (17:17) beim ASV Hamm-Westfalen kommen zwei ganze bittere Fakten hinzu: Der entscheidende Gegentreffer fiel mit der Schlusssirene durch einen umstrittenen Siebenmeter. Und Cedric Riesner hat sich am Knie verletzt.

Coach Martin Wild fiel zum Spielverlauf erst mal nur ein Wort ein: „Wahnsinn.“ Vor allem die Schlusssekunde liegt den Bruckern schwer im Magen. Falk Kolodziej hatte 30 Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter ausgeglichen. Nach einer Auszeit setzte Hamm zum finalen Angriff an. Zwei Brucker blockten den Wurfversuch. Mindestens einen davon hatten die Unparteiischen Maximilian Engeln und Felix Schmitz dabei regelwidrig im Kreis gesehen.

„Warum man da Siebenmeter pfeifen muss, ist uns allen noch ein bissl schleierhaft“, sagt Wild. Sogar Hamms Coach Michael Lerscht habe ihm bestätigt, dass er mit einem Freistoß auch einverstanden gewesen wäre. Doch der Schiri-Pfiff stand. Jan Huesmann, der zuvor schon fünf von sechs Strafwürfen verwandelt hatte, zeigte keine Nerven und ließ dem starken Michael Luderschmid im Panthertor keine Chance.

Dabei hatten die Brucker in den 60 Spielminuten nach Wilds Ansicht eine unfassbare Leistung gezeigt. „Ich bin dermaßen stolz auf meine Jungs, und sie können auch stolz auf sich sein“, sagte der Übungsleiter. In der ersten Halbzeit fanden seine Spieler gute Lösungen gegen die körperlich haushoch überlegene Hammer Abwehr. Überragend dabei: Yannick Engelmann, der am Ende auf zehn Tore kam.

Nach dem Seitenwechsel holten die Panther zweimal einen Drei-Tore-Rückstand auf. Und auch mit einer ungewohnten 6:0-Abwehr in der zweiten Halbzeit wussten sie zu überzeugen. Und das, obwohl die Mannschaft von der bitteren Verletzung Riesners geschockt wurde. Der 19-Jährige, der für die verletzten Felix Kerst und Tim Kaulitz auf Linksaußen zum Einsatz kam, musste nach einem Zusammenprall vom Feld geführt werden.

Eine Diagnose steht noch aus. „Aber es sieht nicht gut aus“, unkt Wild. Zur Verabschiedung nach der Partie konnte Riesner jedenfalls nur mit Krücken aufs Feld humpeln. „Das ist wirklich unfassbar bitter“, sagt Wild über den personellen Rückschlag – zumal die Alternativen auf der Flügelposition nun langsam ausgereizt sind.

Andreas Daschner