Die Panther hatten es schon während des Spiels in Hamm befürchtet: Als Cedric Riesner verletzt am Boden liegen blieb und von den Ärzten am Knie behandelt wurde, deutete sich die Schwere der Verletzung schon an. Kurz vor dem Spiel beim ThSV Eisenach folgte nun die traurige Gewissheit, dass die Spielzeit für den 19-Jährigen vorzeitig beendet ist.

Die Diagnose: Das Innenband ist komplett durchgerissen, das Kreuzband hängt im wahrsten Sinne des Wortes am seidenen Faden und muss ebenfalls operiert werden. Damit ist klar, dass Riesner in dieser Saison nicht mehr für die Panther auflaufen kann. Er ist nach Alexander Leindl der zweite, der den Rest der Spielzeit von draußen miterleben muss.

„Es ist unfassbar traurig“, sagt Panthercoach Martin Wild. Leindl und Riesner sind bereits als tragende Säulen auch für nächste Saison eingeplant. Während Leindl schon seit geraumer Zeit eine feste Größe im Kader ist, hat Riesner gerade den Sprung dazu angesetzt. „Er war in den kommenden Partien als zentraler Mann bei einer 6:0-Abwehr eingeplant“, sagt Wild. Diese Pläne sind nun über den Haufen geworfen worden.

Vor allem die Flügelpositionen sind nun praktisch nicht mehr von gelernten Kärften besetzt. Schon Riesner – eigentlich gelernter Kreisläufer – war nur eine improvisierte Lösung, die in Hamm bis zur Verletzung aber sehr gut funktioniert hatte. Dazu fallen auch Benedikt Hack, Felix Kerst und Tim Kaulitz noch für einige Wochen aus. Die finanziellen Mittel für eine Verstärkung fehlen den Panthern jedoch.

„Wir werden eine interne Lösung finden“, sagt Wild. Unter anderem wird Christian Haller bereits in Eisenach für die Zweitliga-Truppe reaktiviert werden. Außerdem stehen Gianni Huber und Benedikt Hagitte noch als Alternativen für die Außenpositionen parat. Und vielleicht feiert noch ein Routinier schon bald sein Comeback: Johannes Luderschmid trainiert ohnehin schon bei den Panthern mit. Der Bruder von Torhüter Michael Luderschmid könnte wieder eine Option für Wild werden.

Selbst ohne Berücksichtigung der Verletzungssorgen fahren die Panther als krasser Außenseiter nach Eisenach. Im Hinspiel verpassten die Thüringer den Panthern mit ihrem starken Tempogegenstoßspiel eine 26:36-Abreibung. Seitdem hat sich aber einiges getan. Die Panther haben sich in der 2. Bundesliga mit guten, oft aber unbelohnten Leistungen festgebissen. Eisenach hatte zuletzt auch Personalsorgen, konnte aber mit den Nachverpflichtungen von Daniel Hideg, Jannis Schneibel und Peter Walz adäquat darauf reagieren.

Dazu kommt, dass die Panther aufgrund ihrer Nachholspiele nun bereits die sechste Partie in nur drei Wochen absolvieren müssen. Eisenach hatte im neuen Jahr bislang gerade einmal die Hälfte der Belastung. „Umso bewundernswerter ist die Moral meiner Mannschaft“, sagt Wild, der zumindest wieder auf den in Hamm beruflich verhinderten Sebastian Meinzer zurückgreifen kann. „Mental ist bei den Jungs alles okay. Körperlich gilt in Eisenach: …so weit die Füße tragen.“

Andreas Daschner