Eine Woche Pause hatten die Panther nach dem Marathon mit sechs Spielen in drei Wochen zum Start ins neue Jahr. Zeit zum Wunden lecken, die die Mannschaft von Trainer Martin Wild gut gebrauchen konnte. Denn nun kommt kein anderer als Altmeister VfL Gummersbach zum Freitagabendspiel in den Pantherkäfig.

Mit vollen Rängen wäre die Partie gegen den zwölffachen Deutschen Meister wohl das Highlight des Jahres für die Fans geworden. „Aber leider ist es ein Geisterspiel“, sagt Wild. „Es ist traurig, dass nach wie vor keine Zuschauer zugelassen sind.“ Dennoch ist die Partie für das Pantherrudel natürlich etwas Besonderes. Schließlich kommt es selten vor, dass eine solche Startruppe ihre Zelte in der in der Witterlsbacher Halle aufschlägt.

Es klingt ein wenig nach Untertreibung, wenn Wild den Gegner als erfahrene und körperliche Mannschaft beschreibt. Alleine der Rückraum der Nordrhein-Westfalen hat komplett internationale Erfahrung: Timm Schneider stand einmal mit dem Trikot mit Bundesadler auf dem Feld. Bei den Nachbarn in Österreich sammelten Janko Bozovic (156 Länderspiele und 432 Tore) und Alexander Hermann (77 Länderspiele und 133 Tore) jede Menge Spielpraxis auf der Weltbühne.

Dazu kommt mit dem ebenfalls österreichischen Internationalen Raul Santos (89 Länderspiele und 308 Tore) ein Linksaußen, der das Gegenstoßspiel der Gummersbacher auf ein anderes Level hebt. Und beim Blick auf die Gummersbacher Bank gibt es sogar eine waschechte Handballlegende zu sehen: Coach Gudjon Valor Sigurdsson hält mit 1875 Toren in 364 Spielen für sein Heimatland Island den inoffiziellen Rekord für Handball-Länderspieltore.

Wie gefährlich der Tabellenzweite ist, das bekamen die Panther am zweiten Spieltag zu spüren, als das Hinspiel mit 25:40 klar verloren wurde. Aber, so Wild: „Da haben wir uns auch ein Stück weit unter Wert verkauft.“ Vor allem die Anfangsphase geriet zu einer Lehrstunde. „Wir haben uns überrennen lassen.“ Als die Panther ins Spiel fanden und auch gegen den Altmeister phasenweise richtig guten Handball zeigten, war es für eine Aufholjagd schon zu spät.

Das soll im Rückspiel anders werden – auch wenn die Panther natürlich in der Außenseiterrolle bleiben. Wild sieht darin den Vorteil, dass seine Truppe nichts zu verlieren hat: „Wir können befreit aufspielen und einfach Spaß am Handball haben.“ Auf jeden Fall wollen die Panther alles raushauen, um dem Favoriten das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Das müssen sie allerdings unter Umständen ohne Max Horner tun. Der Rückraumspieler laboriert schon länger an einer Rückenverletzung und hat bislang auf die Zähne gebissen. „Sein Rücken wird aber nicht besser“, sagt Wild. Gut möglich, dass Horner deshalb ausfallen könnte. Damit gehen dem Panthercoach langsam die Linkshänder aus. Stephan Seitz als letzter Verbliebener dieser Gattung könnte damit mehr Spielzeit im Rückraum bekommen.

Eine gute Nachricht gibt es indessen von Cedric Riesner. Der junge Kreisläufer wurde nach seiner schweren Verletzung beim Spiel in Eisenach (Innen- und Kreuzbandriss) operiert. Noch ist der Youngster zwar im Krankenhaus. Die OP ist aber gut verlaufen. Wild: „Es geht ihm so weit ganz gut.“

Andreas Daschner