Sechsmal Deutscher Meister, viermal DHB-Pokalsieger, zweimal Europapokalsieger der Landesmeister: Das ist ein Teil der Titel die der TV Großwallstadt in seiner Geschichte errungen hat. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist der Traditionsverein erstmals zu Gast im Pantherkäfig. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr.

Viel Zeit zum Verschnaufen blieb den Panthern nach ihrem ersten Auswärtssieg in Aue am Mittwochabend nicht. Erst in den frühen Morgenstunden des Folgetags kehrte der TuS-Tross aus Sachsen zurück. Nach einem besinnlichen Heiligabend lud Trainer Martin Wild bereits am ersten Weihnachtsfeiertag wieder zum Training und zur Abschlussbesprechung für das Duell mit dem Altmeister.

Die ganz großen Tage hat Großwallstadt freilich bereits einige Zeit hinter sich. 2015 lief das einstige Flaggschiff des Deutschen Handballs finanziell auf Grund. Nach einer Insolvenz stand der Neuaufbau auf dem Programm. Ähnlich wie Panther sind die Großwallstädter im vergangenen Jahr als Meister der 3. Liga – in ihrem Fall in der Mitte-Staffel – aufgestiegen. Zum Zeitpunkt des coronabedingten Saisonabbruchs hatte der TV sechs Punkte Vorsprung.

Zurück in der 2. Bundesliga ließ der Club kurz vor Saisonbeginn mit einer spektakulären Neuverpflichtung aufhorchen: Mit dem Griechen Savvas Savvas schloss sich ein Rückraumspieler den Großwallstädtern an, der in seiner Zeit bei Hildesheim sogar schon Torschützenkönig der 2. Bundesliga war. „Das lässt schon die finanziellen Möglichkeiten von Großwallstadt erahnen“, sagt Wild.

Zusammen mit Tom Jansen und Marko Matijasevic bildet Savvas einen Rückraum, der dem TuS-Coach Respekt einflößt. Außerdem droht eine ähnliche Abwehrschlacht wie in Aue, denn Wild schätzt die Gäste als extrem defensivstark ein. Trotzdem glaubt der Panthercoach an eine 50-prozentige Siegchance seiner Truppe. „Wir freuen uns auf das Spiel und können nach drei Siegen in Folge einfach Spaß im Spiel haben“, sagt der Übungsleiter.

Personell kann Wild wohl wieder auf Tobias Prestele zurückgreifen, der in Aue kurzfristig fehlte, weil er sich um sein erkranktes Kind kümmern musste. Felix Kerst und Benedikt Hack werden wohl weiter fehlen. Dafür sprang in Aue Yannick Engelmann in die Bresche, der in der Schlussphase einige wichtige Tore von Linksaußen erzielte. Und auch Johannes Borschel überzeugte als Vertreter des angeschlagen spielenden Julian Prause mit drei blitzsauberen Toren.

Andreas Daschner