Das erste Profi-Handballspiel in der Wittelsbacher Halle ist Geschichte. Sportlich mussten die Panther bei der 26:36 (14:20)-Niederlage Lehrgeld zahlen. Auf der anderen Seite zeigte sich: Auch mit coronabedingt nur 200 Zuschauern kann der Pantherkäfig wieder zur Hölle des Südens werden. Sogar Gästecoach Markus Krauthoff-Murfuni war beeindruckt von der Kulisse: „Ich möchte nicht wissen, was hier mit 1000 Leuten los ist.“

Ein klein wenig Ernüchterung herrschte bei Coach Martin Wild nach dem Spiel. „Wir haben doch ein Stück weit unsere Grenzen aufgezeigt bekommen“, sagte er. Und schob hinterher: „Zumindest in diesem Spiel.“ Denn Wild ist sich sicher, dass die Panther sich noch steigern können. Sogar seine Eisenacher Trainerkollege konstatierte: „Fürstenfeldbruck wird sicher noch seine Punkte holen.“

Gegen die Gäste aus Thüringen musste der TuS am Tag der Deutschen Einheit vor allem in Sachen Effektivität Lehrgeld zahlen. Jeder Fehler der Panther wurde knallhart bestraft. „Eigentlich wollten wir Tempo machen“, sagte Wild. Stattdessen nutzten die Gäste die Brucker Ballverluste zu einer ganzen Reihe von Tempogegenstoßtoren.

Die frühe Drei-Tore-Führung (5. Minute) konnten die Thüringer so zwischenzeitlich auf neun Treffer ausbauen. Julian Prause und zweimal Tim Kaulitz sorgten mit drei Treffern in Folge dafür, dass der Rückstand zur Pause aber wieder überschaubarer war. Die starke Phase der Panther setzte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit nahtlos fort. Bis zur 43. Minute betrug der Rückstand für den TuS in weiten Teilen nur vier Tore. Allerdings musste Wild auch zugeben: Richtig in in Bedrängnis kam Eisenach aber nie.

Zu stark präsentierten sich die Thüringer. Vor allem Willy Weyhrauch bekam die TuS-Abwehr nie in den Griff. Der Eisenacher Rechtsaußen kam am Ende auf 13 Tore. Linksaußen Ivan Snajder unterstrich mit sieben Toren die Dominanz der Thüringer Flügelspieler. Und so wurde der verdiente Eisenacher Sieg am Ende doch noch recht deutlich. Beim TuS waren die besten Torschützen Max Horner und der zweitligaerfahrene Falk Kolodziej mit je vier Treffern.

Die Offensivleistung war es dann auch, die Martin Wild trotz der Niederlage positiv in die Zukunft blicken lässt. „26 Tore zu erzielen, ist nicht ganz verkehrt“, sagte er. Wenn die Panther künftig auch noch in der Rückwärtsbewegung und generell in der Defensive ihr gewohntes Leistungspotenzial abrufen, dann können sie sicher den einen oder anderen etablierten Zweitligisten noch ärgern.

Andreas Daschner

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