Eigentlich waren die Panther mit dem Ziel nach Gummersbach gereist, die Partie beim dortigen Altmeister so lange wie möglich offen zu gestalten. Doch das ging völlig in die Hose. Nach einer guten Viertelstunde lag der TuS bereits bereits mit 2:13 hinten. Gummersbach spielte sowohl in Sachen Physis als auch bei der individuellen Klasse in einer anderen Handballwelt.

„Wir wussten, dass der physische Unterschied groß sein würde“, sagte Trainer Martin Wild nach der 25:40 (11:21)-Niederlage. „Aber dass er so groß sein würde…“ Der zwölfmalige Deutsche Meister ließ die Panther von Anfang an nicht ins Spiel kommen. „Im Angriff gab es kein Durchkommen, jeder Fehler wurde sofort bestraft“, sagt Wild.

In der Abwehr taten sich ähnliche Probleme auf wie schon gegen Eisenach. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen.“ Zu schüchtern, zu ehrfürchtig hätten die Spieler agiert. Und so waren die Panther noch gar nicht richtig in der Halle angekommen, da war die Partie auch schon vorentschieden.

Nach einer Auszeit nach dem 2:13-Rückstand bissen sich die Panther besser ins Spiel. Eine halbe Stunde lang konnten sie das Geschehen auf dem Feld einigermaßen ausgeglichen gestalten. An eine Aufholjagd oder gar Wende war gegen die starken Gummersbacher freilich nicht zu denken. Doch immerhin der Angriff fing sich. „25 Tore sind am Ende ein Wert, der Mut macht“, sagt Wild. Vor allem Max Horner (6 Tore) und Johannes Stumpf (5) konnten überzeugen.

Allerdings schaffen es die Panther im Abwehrverbund aktuell nicht, der eklige Gegner zu sein, der sie eigentlich sein wollen. Und so hat sich in der Mannschaft erst einmal ein Stück weit Ernüchterung breit gemacht. Wild steht nun Aufbauarbeit bevor. „Wir müssen vor allem im Kopf schneller werden, mutiger spielen und nicht so verschüchtert auftreten“, sagt er.

Anhand der beiden Auftaktniederlagen ist für den Panthercoach jedenfalls noch längst keine Saisontendenz zu erkennen: „Eisenach und Gummersbach waren Spiele, bei denen nur die größten Optimisten Punkte erwartet haben.“ Jetzt gelte es allerdings, in der Liga anzukommen und das Potenzial auszuschöpfen. „Wir können mehr, als wir bisher gezeigt haben.“

Eine bittere Notiz vom Gummersbach-Spiel bleibt dennoch auch für die nächsten Wochen: Alexander Leindl, der wegen einer Oberschenkelblessur den Auftakt gegen Eisenach verpasst hatte, fällt nun länger aus. In Gummersbach musste er nach 25 Minuten wieder vom Feld. Seine Verletzung war wieder aufgebrochen.

Andreas Daschner