Alexander Leindl sichert mit Gewaltwurf den Ausgleich zum 25:25 (13:12) gegen den TSV Neuhausen/Filder  

Das war nichts für schwache Nerven und die Mannschaft hätte sich fast selbst um den Lohn ihres Einsatzes gebracht. Nach der zwischenzeitlichen Führung zum 8:9 in der 20. Minute glückte den Gästen in der 59. Minute nochmals eine Führung, die fast zum Sieg gereicht hätte. Egal was unser Team in der letzten Minute auch versuchte, wurde von der TSV-Abwehr unterbunden. So verrannen die Sekunden, ehe es Trainer Martin Wild neun Sekunden vor Schluss nochmals mit einer Auszeit versuchte. Es ist nicht bekannt, welche taktische Maßnahme angesprochen wurde, doch noch zum Torerfolg zu kommen. Fakt ist, dass sich Alexander Leindl ein Herz nahm und den Ball drei Sekunden vor Schluss, vorbei an Freund und Feind, unter die Latte zum verdienten 25:25 Ausgleich donnerte. Die letzten Sekunden beobachtete er am Boden liegend mit einem Blick auf die Uhr, ehe sich seine Mitspieler auf ihn stürzten.

Während nach dem Spiel der Gästetrainer angesichts des Treffers wenige Sekunden vor Schluss von einer ersten Enttäuschung sprach, es aber auch dahingehend revidierte, dass man nicht vergessen dürfe, dass sein Team bis auf eine Ausnahme in der ersten Halbzeit immer im Rückstand lag, war Trainer Martin Wild die Enttäuschung im Gesicht anzusehen. Auch wenn sein Team einen Sieg verdient hätte, musste es zum Schluss mit dem Unentschieden zufrieden sein.

Dass es so kam hatte sich die Mannschaft um Kapitän Korbinian Lex in gewisser Weise selbst zuzuschreiben. Sie hatte einige Probleme mit der offensiven und richtig zupackenden Abwehr und zeigte in der Abwehr die eine oder andere „schlafmützige“ Aktion, die die Gäste fast schonungslos nutzen. Gott sei Dank konnte sie sich in einigen Situationen auf ihren Torhüter Michael Luderschmid verlassen, der in der 12. Minute beim Spielstand von 6:5 nicht nur den Steilangriff hielt, sondern auch noch den Nachwurf. Beim Spielstand von 9:9 musste Tobias Prestele für zwei Minuten auf die Bank, was aber ohne Folgen blieb, da Michael zunächst einen Ball vom Linksaußen hielt und dann auch noch einen Siebenmeter. Obwohl der Führungstreffer zum 13:11 nur wenige Sekunden vor der Halbzeit fiel, konnten die Gäste durch eine Unachtsamkeit noch den 13:12 Halbzeitstand erzielen.

Das war es auch, was Trainer Martin Wild ansprach, dass in der Abwehr konzentrierter gearbeitet werden müsse. Aufgrund der starken Abwehrreihen mit guten Torhütern konnten die über 800 Panther-Fans erstmals wieder in der 35. Minute ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln. Einen Abpraller des TSV-Torhüters schnappte sich Philip Ball in einer artistischen Einlage vor dem Abwehrspieler und konnte so die erneute Führung zum 14:13 erzielen. Der Treffer durch Philip Ball zum 16:13 in der 38. Minute war der größte Torabstand des gesamten Spieles. Die Gäste ließen sich durch diesen Rückstand nicht beeindrucken und konnten in der 49. Minute den 19:19 Ausgleich herstellen. In dieser Phase parierte entweder der Gästetorhüter hervorragend oder es wurden die „falschen“ Entscheidungen getroffen. Bis zur 58. Minute entwickelte sich ein teilweise auch sehr emotionales Spiel, ohne dass es unfair wurde, was auch an den Entscheidungen der Schiedsrichter lag. Martin Wild brachte es bei der Pressekonferenz damit auf den Punkt, dass keine Mannschaft durch die Entscheidungen bevor- oder benachteiligt wurde, es aber keine gerade Linie gab, nach der die SR ihre Entscheidungen fällten. Dies führte auch zu einer gewissen Unruhe. Zum Spielverlauf war es so, dass wir ein Tor vorlegten, das Neuhausen immer wieder ausgleichen konnte. Bis zur 59. Minute, in der Sebastian Meinzer nur die Latte traf und Neuhausen im Gegenzug der 24:25 Führungstreffer gelang.

Die letzte Minute hielt die Fans nicht mehr auf ihren Sitzen, was zum Schluss ja noch zum dem eingangs geführten guten Ende führte. Auch wenn Trainer Martin Wild verständlicher Weise gerne auch noch das letzte Spiel des Jahres gewonnen hätte, kann und wird er sicherlich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein, da diese zum Saisonstart alles andere als erfreulich verlief. Mit nunmehr 15:15 Punkten und dem 10. Platz stehen wir scheinbar auf einem gesicherten Mittelfeldplatz. Das ist allerdings sehr trügerisch, da die Liga sehr ausgeglichen ist und man sich eigentlich keine großen Ausrutscher erlauben darf. Dass unser Team auch mit den besten der Liga mithalten kann, hat sie bewiesen. Beweisen muss sie es mit Beginn der Rückrunde auch gegen Teams die hinter ihr platziert sind. Den Auftakt macht am 13.01.2018, 19:30 Uhr, die SG Köndringen/Teningen, ehe sich der Aufsteiger TuS 04 Dansenberg am 27.01.2018 in der Wittelsbacher Halle vorstellt. Da zählen die Punkte doppelt, da wir uns mit einem Sieg von den Abstiegsplätzen weiter absetzen können.

Jetzt gilt es aber erst einmal ein wenig abzuschalten, kleinere und größere Verletzungen auszukurieren und Kräfte für eine anstrengende Rückrunde zu sammeln.

Bei ihnen, liebe Handball- und Panther-Fans, bedanken wir uns für die große Unterstützung. Nicht nur, dass unser Team immer großen Einsatz und begeisternden Handballsport zeigte, trägt natürlich auch die gute Stimmung zu den Leistungen bei. Wir freuen uns mit ihnen auf ein sportlich erfolgreiches Jahr 2018. 

Für den TuS spielten:

Tor:     Michael Luderschmid, Lucas Kröger,

Alexander Leindl (4), Philip Ball (2), Matthias Hild, Korbinian Lex (5), Sebastian Meinzer (3), Maximilian Lentner,  Yannick Engelmann (1), Johannes Stumpf (6/4), Julian Prause (3), Tizian Maier (1), Tobias Prestele