– Mannschaft macht sich den 32:28 (17:13) Erfolg selbst schwer –

Nach der im ersten Heimspiel gezeigten Leistung ist es nicht so einfach, das richtige Maß zwischen Lob und Kritik zu finden.

Lob konnte man für die ersten 15 Minuten in der Abwehr verteilen, die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit, sowie die ersten und letzten fünf Minuten der zweiten Halbzeit. Dazwischen lagen Minuten, die auch Trainer Martin Wild nicht gefallen haben dürften, was vielleicht an den von ihm in der 18. und 49. Minute genommenen Auszeiten zu entnehmen ist. Auch wenn nicht alles zur Zufriedenheit abgelaufen ist, so darf doch Positiv hervorgehoben werden, dass die Mannschaft nie im Rückstand war und sich selbst aus brenzligen Situationen herausmanövrierte, in die sie sich vorher selbst gebracht hat. Liegt es wirklich am Gegner, wie konzentriert man ein Spiel angeht, was nicht anders sein kann, wenn man die drei Spiele innerhalb einer Woche vergleicht. Da waren die beiden Spiele in der Bayernliga gegen Ottobeuren und Simbach, die fast ein Spiegelbild der vergebenen Torchancen mit einer Häufung von technischen Fehlern waren und dann das Spiel gegen den Zweitligisten Friesenheim, gegen den fast keine Fehler zu sehen waren.

Gestützt auf eine sehr gute Abwehrarbeit kamen die Innstädter erst in der achten Minute nach zwei Siebenmetern zu ihrem erste Feldtor. Dass dieses der Anschlusstreffer zum 4:3 war lag daran, dass unser Team davor schon leichtfertig Bälle vertändelte. So blieb Simbach immer dran und konnte in der 22. Minute sogar zum 10:10 ausgleichen. Eine Zweiminutenstrafe beim Stand von 11:11 in der 25. Minute für Nick Huber nach einem Wechselfehler war vielleicht der Knackpunkt, dass unser Team die letzten fünf Minuten vor der Halbzeit nochmals Konzentriert die Sache angegangen ist. Nicht nur, dass wir kein Tor hinnehmen mussten, gelangen uns zwei Treffer, denen bis zum Halbzeitpfiff noch vier folgen sollten, so dass wir mit 17:13 in die Halbzeitpause gehen konnten.

Wie gegen Ottobeuren fand unser Team zu Beginn der zweiten Halbzeit besser ins Spiel und lag nach 25. Minuten mit 20:13 in Führung. Diese deutliche Führung kam vielleicht zu früh, da der Mannschaft plötzlich der gewisse Zug zum Tor fehlte und dazu die Abwehr immer löchriger wurde. Trotz des großen Rückstandes merkten die Innstädter wohl, dass unser Team einen Gang zurück schaltete und nutzte dies, um sich Tor um Tor heranzukämpfen. Bis zum 24:19 in der 45. Minute konnte zwar noch ein gewisser Abstand gehalten werden, der aber nicht so souverän war, wie es der Zwischenstand vielleicht auszudrücken vermag. Als unser Team merkte, dass es wieder etwas anziehen müsse, hatte sich der Aufsteiger längst auf Augenhöhe herangekämpft, der nun fast alle kleinen Fehler unserer Mannschaft zu Toren nutzte. Die Folge war, dass es in der 55. Minute plötzlich 27:27 Unentschieden stand und das Spiel zu kippen drohte. In dieser Phase zeigte sich jedoch, dass das Team aus dem letzten Jahr gelernt hat und man nicht in Hektik verfällt.. Zudem kam, dass die Mannschaft erkannte, dass, wenn es mit technisch versiertem Handball nicht mehr klappt, man halt auch mal zur Brechstange greifen muss. Allen voran Maxi Dück brachte seine Mannschaft mit Distanzwürfen auf die Siegerstraße zurück.

So konnte ein umkämpfter aber verdienter 32:28 Erfolg gefeiert werden, der der Mannschaft hoffentlich aufzeigte, dass sie noch nicht in der Lage ist, ein Spiel, das schon entschieden schien, so zu kontrollieren, dass es stressfrei und dazu noch siegreich beendet werden kann. Nach dem ersten Auftritt vor heimischem Publikum geht es erst mal zum Aufsteiger nach Coburg und dann zu einem der Meisterschaftsanwärter, dem SV Auerbach, ehe es am Samstag, den 15.10.2011, zum Lokalderby gegen den TSV Haunstetten kommt. Das sind dann schon die ersten Reifeprüfungen. Gespannt sein darf man auf Coburg, wer hier von der ersten Mannschaft am Sonntag alles bei der zweiten zum Einsatz kommen wird. Trotz aller Ungewissheit ist es vielleicht die richtige Voraussetzung, dass unser Team konzentriert die Sache angehen wird.

Für den TuS spielten:

Simon Wicha, Martin Wagner, (Tor)

Nick Huber (5), Andreas Krauß, Stefan Gärtner (5), Korbinian Sparn (4), Andreas Knorr (4), Sebastian (1), Huhn, Maximilian Dück (9/2), Marco Müller (2), Christian Wallnitz, Maximilian Lentner (2)