Mit einer 23:28 (10:14) Niederlage im Gepäck kehrte man am Sonntag aus Erlangen zurück. Ärgerlich ist dabei nicht das man verloren hat, sondern das „wie“, denn eine Niederlage wäre nicht zwingend nötig gewesen. Vielmehr schaffte es die Mannschaft wieder einmal nicht in einem Spitzenspiel ihr eigenes Potential über die komplette Spielzeit abzurufen und dem Spiel „ihren Stempel“ aufzudrücken. Dass es die zweite, eventuell vermeidbare Niederlage innerhalb von nur zwei Tagen in ähnlicher Art und Weise war, sollte der Mannschaft zu denken geben. In beiden Spielen war man keinesfalls die deutlich schlechtere Mannschaft. Doch man lud beide Teams – ohne dabei deren Leistung schmälern zu wollen – durch unzählige technische Fehler im Angriff und stümperhaften Abwehrverhalten quasi zum Tore werfen ein. Wenn man aber in beiden Spielen zudem die nötige Struktur im Offensivspiel und Konzentration im Abschluss vermissen lässt, können solche Spiele auch in Zukunft nicht gewonnen werden.
    Zum Spiel: Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase war es den Gastgebern vorbehalten erstmals mit mehr als einem Tor in Führung zu gehen (5:3). Zu diesem Zeitpunkt jedoch waren die TuS-Akteure noch hochkonzentriert und konnten wenig später ihrerseits die Führung übernehmen (7:6). In der Folge schenkten sich beide Mannschaften nichts und bis 5 Minuten vor der Pause ging es bis zum Spielstand von 11:10 hin und her. Was in den letzten 5 Minuten der Halbzeit folgte war ein Déjà-vu aus dem Auswärtsspiel in Nürnberg zwei Tage zuvor. Wie damals lud man den Gegner durch Fehlpässe zu Gegentoren quasi ein. Da ließ sich der HC Erlangen natürlich nicht zweimal bitten und legte innerhalb von nur einer Minute eine 3:0-Zwischenspurt hin. Folgerichtig wurde beim Spielstand von 14:10 die Seiten gewechselt.
    Was TuS-Trainer Michael Weidinger allerdings in Halbzeit zwei von seinen Akteuren zu sehen bekam, ist nur schwer erklärbar. Zwar fing man wie schon zu Beginn konzentriert an und konnte das Spiel bis zum 16:14 offen halten. Anschließend allerdings stellte man das Abwehrspielen teilweise völlig ein. Einfachste Kreuzbewegungen der Heimmannschaft wurde nicht unterbunden, fast kein Zweikampf gewonnen und die sich daraus entstehende Unterzahlsituationen in der Abwehr wurden von den Unistädtern konsequent mit Gegentoren bestraft. Als ob es „ohne“ Abwehr nicht schon schwer genug wäre, ein Spiel zu gewinnen, verlor man in der Folgezeit auch zusehends die Struktur im Angriffsspiel. Überhastete Abschlüsse, sowie insgesamt 9 (!) Fehlpässe in Halbzeit zwei waren die Ursache, warum der Gastgeber in der Folgezeit mühelos auf 27:20 enteilen konnte. Gegen Ende des Spiels konnte man noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, was an der auch in der Höhe sicherlich verdienten Niederlage aber nichts ändert.