Die Vorfreude auf das vermeintliche Spitzenspiel der A-Jugend Bayernliga war auf beiden Seiten groß, nach dem Schlußpfiff freute sich nur noch die Heimmannschaft. Auch 20 Minuten nach Spielende saßen noch konsternierte Erlanger in der Wittelsbacher Halle und versuchten die erlittene Niederlage zu verarbeiten. Denn diese fiel mit 45:25 mehr als deutlich aus.

Nur zu Beginn gelang es den Unistädtern das Spiel offen zu gestalten. Vor allem der Brucker Innenblock hatte große Probleme den gegnerischen Rückraum bei dessen druckvollen Kreuzbewegungen entscheidend beim Torwurf zu stören. Auf der Gegenseite hatten die Erlanger dem TuS -Angriff auch nichts entgegen zu setzen. Eine Umstellung in der Abwehr brachte jedoch mehr Sicherheit in die Defensive der Gastgeber und der HC verlor zunehmend Bälle mit schlechten Pässen oder ungenauen Würfen. Die Klosterstädter konnten sich Tor um Tor absetzen. Bei 12:7 zog Erlangens Trainer Matthias Bracher die Notbremse „grüne Karte“ und versuchte dem Spiel mit einer Auszeit eine Wende zu geben. Aber auch nach der Auszeit änderte sich nicht viel. Der TuS war an diesem Tag einfach wacher, aggressiver und entschlossener. Zudem dezimierte sich der Gast wiederholt durch unglückliche Abwehraktionen.

Bei 21:11 wurden die Seiten gewechselt und schon zum Pausentee war den Bruckern klar, dass ein Sieg mit zehn Toren oder mehr im Bereich des Möglichen war. Und so wurde versucht die Konzentration und die Spannung hoch zu halten. Auch die Gäste wollten jetzt noch mal versuchen das Spiel zu drehen und das Ergebnis zumindest im Rahmen zu halten. Vor allem die Brucker Defensive wurde zunehmend nachlässiger, so dass Erlangen zumindest in den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit mit dem Brucker Angriffswirbel mithalten konnten. Als Erlangens Abwehrchef Julian Prause aufgrund seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde brachen auf Erlanger Seite alle Dämme. Beim TuS klappte jetzt alles und fast jeder Wurf fand den Weg ins Tor. Der Blick auf die Anzeigetafel spornte die Mannschaft von Trainer Klaus Schmid noch mehr an. Erst setzte man sich das Ziel die 40 Tore-Marke zu knacken, als dies erreicht war, versuchte man den Vorsprung so weit wie möglich auszubauen. Unbändiger Jubel unter den zahlreichen Brucker Zuschauern, als Christian Haller Sekunden vor dem Abpfiff den 45. Treffer erzielte. Erfreulich war nach längerer Verletzungspause das Comeback von Rückraumspieler Philip Stumpf, der nach ein paar Anlaufschwierigkeiten, in der zweiten Halbzeit die Bindung zum Spiel wieder fand.

Der TuS ist somit nach dem fünften Spiel die einzige Mannschaft ohne Verlustpunk und führt die Tabelle der A-Jugend Bayernliga an. Nächste Woche reist die Mannschaft nach Altenerding, einem Gegner, dem man in diesem Jahrgang noch überhaupt nicht begegnet ist. Bleibt zu hoffen, dass es der Mannschaft gelingt die Bodenhaftung zu behalten und der nächste Gegner nach diesem fulminanten Auftritt nicht unterschätzt wird.

Für den TuS spielten: Alfons Ludwig, Kilian Schweinsteiger (5), Maximilian Lentner (6), Christian Haller (5), Nick Huber (10/2), Markus Hoffmann (5), Gianni Göttler, Johannes Stumpf (7), Philip Stumpf (1), Alexander Deimel (4), Robert Knorr (2), Sebastian Auhuber, Lukas Rosenauer