Mit der besten Saisonleistung vollbringen unsre B-Jugend-Mädels ein kleines Handballwunder und schicken mal wieder einen Tabellenführer mit leeren Händen nach Hause. (Foto: Unsre beiden Goalgetter – Baba Schwojer und Alessa Rauch)

Die Vorgeschichte zu diesem Märchen nahm an einen tristen Novembertag seinen Anfang. Mit einer 5:30 Niederlage im Gepäck streikte auf dem Heimweg aus Immenstadt auch noch der Mannschaftsbus. Die Krönung des schwärzesten Tages von 10 jungen Handballkarrieren und einer Trainerlaufbahn. Diesen Samstag stand nun das Rückspiel gegen den Tabellenführer aus Immenstadt an. Ohne drei Spielerinnen, wollte man vor allem Wiedergutmachung für die desaströse Vorstellung in der Hinrunde und egal was passiert es den Gästen so schwer wie möglich zu machen.

Aufgefüllt durch drei frischgebackene Meisterinnen aus der C-Jugend (von dieser Stelle nochmal Herzlichen Glückwunsch) ging der Spielstart aber erst mal ziemlich in die Hose. Wie im Hinspiel leistete man sich vorne schockierende Konzentrationsschwächen, die durch schnelle Gegenstöße bestraft wurden. Logische Folge ein schneller 1:4-Rückstand. Nun zeigte sich aber wie gut diese Achterbahnsaison vor allem für die mentale Entwicklung der Mädels war. Über die Abwehr kämpfte man sich zurück ins Spiel und ließ bis zur Halbzeit nur noch drei Gegentore zu. Vorne steigerte sich das Selbstvertrauen von Angriff zu Angriff und als verdienter Lohn ging man mit dem 7:6 erstmals in Führung, welche bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgegeben werden sollte. Das in den letzten Wochen abhanden gekommene Glück wurde nun förmlich erzwungen. Franziska Pleil ließ sich durch zwei Fehlversuche nicht beirren und netzte zweimal eiskalt von Aussen ins kurze Eck ein. Das wohl spektakulärste Tor gelang Frederike Bernhöft, die ganz genau Maß nahm und den Ball über den Umweg von drei Innenpfostenberührungen ins Tor beförderte. So betrug der Vorsprung zur Pause schon drei Tore (10:7) und nicht nur die Immenstädter und die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen.

Zwar versuchten wie erwartet die Immenstädter sofort nach der Pause alles um dem Spiel noch eine Wendung zu geben, doch sah es nur bis zum 10:9 aus als würde das gelingen. Denn vollkommen unbeeindruckt von dem kurzen Zwischenspurt des Tabellenführers setzten nun die Bruckerinnen zu einem solchen an und setzten sich bis auf 16:9 ab. Eine Art Vorentscheidung, da die Gäste nun immer mehr durch Undiszipliniertheiten auffielen und von nun an fast durchgehend in Unterzahl spielen mussten. Alessa Rauch, die schon in Gleichzahl kaum zu halten ist, brannte nun ein Feuerwerk vom Allerfeinsten ab. Wie in fast jedem Spiel fiel sie neben ihrer wirklich sehr ästhetischen Spielweise vor allem dadurch auf, das man meinen könnte sie spielt nur dafür, ihre Mitspielerinnen in Szene zu setzen. Beim zweiten Hingucken bemerkt man dann erst, wie viele Treffer sie dabei selbst noch erzielt und spätestens dann weiß man, was für eine großartige Handballerin für die Jugend des TuS aufläuft. Der Rest der Mannschaft versuchte da natürlich mitzuhalten und so zeigte man eine enorme Variabilität und vor allem Kreisläuferin Barbara Schwojer wurde immer wieder gesucht, gefunden und schließlich für den erfolgreichen Abschluss gefeiert. Vor diesem Spiel hatte man wohl mit allen gerechnet, aber nicht mit einem souveränen Sieg des TuS Fürstenfeldbruck. Als passender Abschluss konnte nix besser dienen als das unverschämt lässige Kreisanspiel, der nun als 7. Feldspielerin agierenden Torhüterin Yasmin Wimmer (überragend) zum 22:15 Endstand. Betrachtet man Vorgeschichte, Ausgangssituation und die Vorzeichen zu diesem Spiel, kann man wirklich von mehr als einer Sensation sprechen. Schließen wir uns einfach der inflationären Verwendung der Wörter Wunder und Märchen in der Sportberichterstattung an und sprechen von einem kleinen Handballwunder bzw. Wintermärchen.

Für dieses sorgten:

Yasmin Wimmer (im Tor), Barbara Schwojer (5 Tore), Alessa Rauch (2/3), Theresa Lettermeier (4), Franziska Pleil (3), Pia Liebl (2), Frederike Bernhöft (1), Julia Braumiller (1), Steffi Huber (1)  und Sandra Schwojer