Schlecht standen die Vorzeichen für das letzte Auswärtsspiel der Bayernligasaison 2009/2010.Gerade einmal sieben Feldspieler standen im Kader. Mit Daniel Nittel,  Patrick Henrich und Tizian Maier fehlten gleich drei Spieler für die Rückraum Mitte Position. Da mit Christian Hoffmann auch noch ein Linkshänder krankheitsbedingt ausfiel, wurde es auch auf der rechten Seite personalmäßig dünn. Dennoch hatte man sich viel vorgenommen, da das Hinspiel doch das bis dato schlechteste der Saison gewesen war. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch keiner, dass es noch einen Tick schlechter geht und man nur mit Krampf, Kampf und ein wenig Glück die 2 Punkte – wenn auch nicht unverdient – aus Altusried mitnehmen konnte. Doch der Reihe nach.

Die extrem offensive und aggressive 3:3 Abwehr der Hausherren sollte die Brucker nur in den ersten zwei Angriffen vor ein Problem stellen. Durch viel Bewegung und Geduld wurden zu Beginn klare Torchancen herausgespielt und sicher verwandelt. Doch zu dieser Phase war es die Abwehr, die sich noch nicht recht sortiert hatte und es entwickelte sich in den ersten 8 Minuten ein ausgeglichenes Spiel (5:5). Da nur ein Auswechselspieler zur Verfügung stand, traf es die Mannschaft noch härter, als für den Spielmacher Stefan Weidinger nach zwei unglücklichen Schlägen ins Gesicht das Spiel bereits nach knapp 10 Minuten zu Ende war. Er kam mit Verdacht auf Gehirnerschütterung und Jochbeinverletzung ins Krankenhaus. Somit stand dem TuS kein weiterer Auswechselspieler für den Rest der Partie zur Verfügung, was zunächst jedoch keinen Bruch im Spiel der Amperstädter zu erkennen lies. Im Angriff war es Robert Knorr, der das Spiel an sich riss und mit Dynamik und Einsatz überzeugte. Auch die Abwehr wurde stabiler und hatte mit Bernhard Grellmann einen sicheren Rückhalt. So konnte man Tor um Tor bis auf 16:11 (22. Minute) davonziehen. Doch was der mitgereiste Brucker Anhang die restliche Spielzeit zu sehen bekam, lässt sich nur schwer erklären. Leichtfertig wurden die Bälle bis zum Pausenpfiff weggeworfen, sodass Altusried/Dietmannsried zur Halbzeit wieder auf Tuchfühlung kam (16:13).

Auch nach der Pause leisteten sich die Brucker haarsträubende Fang-/Pass-/Schritt- und sonstige technische Fehler. Beim Stande von 20:19 war klar, dass das Spiel wohl bis zum Ende knapp bleiben würde, da die einfachsten taktischen Anweisungen von den Spielern nicht umgesetzt werden konnten. Nach der Auszeit von Trainer Michael Weidinger schienen sich die TuS-Youngsters wieder gefangen zu haben. Durch die Manndeckung gegen Robert Knorr waren nun mehr Freiräume auf dem Spielfeld, die Markus Dangers für sich zu nutzen wusste und man warf sich einen 3-Tore Vorsprung heraus (23:20). Doch anstatt weiter davonzueilen wurden weiter klarste Torchancen reihenweise vergeben und nahezu jeder leistete sich einen Blackout in der Abwehr. Als die Allgäuer zum 23:23 ausglichen, schien das Spiel zu kippen. Allerdings waren sie es selbst, die sich durch viele Zeitstrafen in der Schlussphase ins Hintertreffen brachten und so Fürstenfeldbruck nie in Rückstand geriet. Es mag wohl am Kräfteverschleiß aufgrund fehlender Wechselmöglichkeiten und der physischen Überlegenheit der Gegner gelegen haben, dass die Brucker auch bei einer kurzfristigen 6:2 Überzahl das Spiel nicht zu ihren Gunsten entscheiden konnten (25:24, 46. Minute). Doch plötzlich und völlig unerwartet fingen sich die Amperstädter wieder und konnten das Spiel trotz eigener Unterzahl für sich entscheiden (27:24, 49. Minute). In der letzten Minute gelang der HSG nur noch Ergebniskosmetik.

Um am nächsten Spieltag kein Debakel zu erleben, bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung, denn mit dem TSV Haunstetten, der vorzeitig die Meisterschaft in der Bayernliga perfekt gemacht hat, empfangen die Brucker noch einmal einen richtig harten Brocken in der Wittelsbacher Halle
(20. März, 15:30 Uhr).

Für den TuS spielten: Grellmann (Tor), Weidinger (1), Knorr (7/1), Rosenauer (2), Dangers (9), Schmoll (1), Führer (2), Schaffer (5/1)