Was war das für ein tolles Heimfinale für die Panther: Trotz einer 34:37 (17:15)-Niederlage gegen die formstarken Gäste aus Pfullingen verwandelten fast 700 Fans den Pantherkäfig noch einmal in ein Tollhaus. Da hielt sich am Ende dann auch der Ärger über die Niederlage in Grenzen – zumal anschließend noch die Saisonabschlussfeier auf dem Programm stand.

Coach Martin Wild bezeichnete das 34:37 als symptomatisch für die Saison. „… und täglich grüßt das Murmeltier“, meinte der Übungsleiter. Denn wie so oft verspielten seine Panther einen möglichen Sieg innerhalb von nur zehn Minuten. Dabei waren die Brucker grandios ins Spiel gestartet. Immer wieder wurden Pässe der Pfullinger zur Beute der aggressiven Abwehr. Die Folge: Tempogegenstöße und eine 6:1-Führung. „Wir haben wie im Rausch gespielt“, sagt Wild.

Der Kater kam dann aber einmal mehr in der zweiten Halbzeit, als die Panther die Führung in wenigen Minuten herschenkten. „Da haben wir uns mal wieder um den Lohn unserer Arbeit gebracht“, konstatierte Wild. So richtig ärgern wollte sich der Übungsleiter aber trotzdem nicht mehr, zumal es sportlich für beide Teams – Pfullingen meldete nicht für die Aufstiegsrunde – um nichts mehr ging.

Umso erstaunlicher war das Feuerwerk, das die Spieler auf dem Feld abbrannten. Denn abgesehen von der Schwächephase zeigten die Panther weiter einen deutlichen spielerischen Aufwärtstrend. Und auch die Pfullinger Spieler hatte keinerlei Ambitionen, das Spiel trotz des nicht mehr möglichen Aufstiegs einfach herzuschenken. Entsprechend fiel auch das Fazit Wilds aus: „Das war ein richtig geiles Handballspiel.“

Eines, an dessen Ende auch vier Spieler verabschiedet wurden: Johannes Stumpf, Marco Silvestri und Felix Kerst werden die Panther nach den beiden finalen Auswärtsspielen bei den Rhein-Neckar Löwen und in Neuhausen verlassen. Während Stumpf sein Karriereende verletzt auf der Tribüne geben muss, konnte sich der Rest des Quartetts noch einmal auf dem Feld verabschieden.

Silvestri und Kerst gelangen dabei auch noch Tore, Abwehrchef Tobias Prestele verabschiedete sich auf die ihm eigene Weise vom Heimpublikum. Der 37-Jährige haut sich noch einmal richtig in jeden Zweikampf – für die Schiris manches Mal etwas zu engagiert. Nach der dritten Zeitstrafe musste Prestele vorzeitig zum Duschen, was bei Wild aber nicht für Ärger, sondern eher für ein Schmunzeln sorgte: „Es ist bezeichnend für Tobis leidenschaftliches Spiel, dass er sich mit einer roten Karte verabschiedet hat.“

Panther: Luderschmid, Müller, Kussmaul; Bernhard 1, Silvestri 1, Hlawatsch 1, Riesner 4, Kellner 3, Meinzer 2, Kerst 2/1, Völker 9, Link 9, Riemschneider, Damm 2, Prestele, Schmidbauer

Andreas Daschner