Wie gewohnt kamen an diesem Donnerstagvormittag unsere Schüler kurz vor 8 zum Graf-Rasso-Gymnasium. Doch diesmal nicht um dem Unterricht beizuwohnen, sondern um im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ im Handball um die Bayerische Meisterschaft zu spielen. Dazu ging es mit dem Reisebus nach Rimpar, wo in zwei Altersklassen die Finals für die männlichen und weiblichen Teams ausgespielt wurden. Der Sieg bedeutete die Tickets zur Deutschen Meisterschaft nach Berlin zu lösen.

Dabei fehlte uns diesmal unser Head-Coach Tim, der leider – anstatt vor Ort zu sein – krank von zuhause mitfiebern musste.

Gut angekommen und vom Stellvertreter gut eingestellt gingen unsere Jungs dann in das Spiel gegen das Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium aus Lauf.

Die Bedeutung des Spiels hatte wohl einen Einfluss – jedenfalls war die erste Halbzeit zu sehr geprägt von erzwungenen Einzelaktionen, die spielerischen Stärken kamen nicht so zur Geltung. Folglich lagen wir Mitte der ersten Hälfte mit 6-9 Toren zurück, der Kampfgeist stimmte aber. Die Kleingruppenaktionen waren dann doch auch erfolgreich und es ging mit einem 13-13 in die Pause.

Die Eltern und Geschwister zuhause waren per „Liveticker“ jederzeit durch unsere Anhänger*innen in der Halle bestens auf dem Laufenden. Auch wenn diese (zu sechst) bei dem Gäste-Anhang (c:a 20, mit Schlagwerk) bei der Lautstärke nicht ganz dagegen halten konnten.

In der zweiten Halbzeit gelang es unseren Jungs dann besser ihre Stärken – die spielerischen Komponenten – ins Match einzubringen. In dieser Phase zogen wir dann mit überlegenem Spiel auf einen 5-Tore-Vorsprung zum 22-17 davon.

Leider muss man an dieser Stelle erwähnen, dass die zum Spiel als unparteiisch Geschickten bei der Regelauslegung weder beim Tippen, noch bei Schritten, dem Übertreten oder der progressiven Bestrafung eine einheitliche Linie hatten und uns hier bei ihren Entscheidungen in zweistelliger Anzahl benachteiligten. Eine Einschätzung, die auch die neutralen Zuschauer nach dem Spiel mit uns teilten. Auf Nachfrage zog dann einer dieser Kollegen auch noch vor, uns aus 1m Abstand wüst anzuschreien, anstatt ein Gespräch zu führen. Von den beiden Schulteams war es eine sportlich vorbildlich fair und respektvoll geführte Partie.

Hier ein großes Lob an die Spieler, die sich trotzdem – wie man es sich als Coach wünscht – voll auf das Spiel konzentrierten und davon nicht negativ beeinflussen ließen. Und das sollte noch wichtig werden!

So wurde es dann also noch einmal spannend, oder eigentlich gaben vielleicht manche Außenstehende das Spiel schon verloren, als es in der 47. Minute (bei 50 Minuten Spielzeit) 25-27 stand und wir auch noch eine „interessante“ Zeitstrafe bekamen.

Zeitpunkt für ein Team-Timeout und die Jungs auf die Schlussphase der regulären Spielzeit einzustellen. Handball-Kenner wissen: Ungünstige Ausgangssituation ja, Spiel entschieden nein! Und mit beeindruckendem Kampfgeist und unbändigem Willen sich gegen die Niederlage zu wehren, glichen unsere Jungs in begeisternder Manier zum 28-28 aus.

Es waren noch 18 Sekunden zu spielen. In diesem Augenblick hatte unser Torwart gerade einen Wurf gehalten, der Abpraller ging Richtung 7m. Er geht dem Ball nach und erreicht ihn aber nicht vor dem gegnerischen Kreisläufer. Der wirft aus dem Stand und unser Torwart steht bereits auf 5,80m vor ihm und blockt einfach nur den Ball. Schiedsrichter-Entscheidung: 7m und 2 Minuten-Strafe.

In der inzwischen mit allen 8 Teams des Tages und deren Anhängern gefüllten Halle (nach unserem Spiel Siegerehrung) haben wir niemand gefunden, der diese Entscheidung irgendwie erklären konnte und auf Nachfrage beim Schiedsrichter wurden wir wieder (ohne Erklärung) angeschrien.

Nun also ein Feldspieler ins Tor – und der hält sensationellerweise den Strafwurf. In den verbleibenden Sekunden blieb es dann beim Unentschieden und das bedeutete 2x 5 Minuten Verlängerung.

Und in dieser zeigte sich das Team trotz der 1:42-Unterzahl-Hypothek von Beginn an von seiner besten Seite – mit großem Einsatzwillen und Geschick in der Abwehr – kontrolliert und clever im Angriff. Nach der ersten Hälfte der Verlängerung war der Spielstand auf 34-30 gestellt und als dann die Konzentration zum Beginn der zweiten gehalten wurde und auf 36-30 erhöht, durfte man vorsichtig zuversichtlich werden. Am Ende dieses hochdramatischen und begeisternden Spiels steht ein klares 39-33-Endergebnis und der verdiente Titel:

Bayerischer Meister 2023 !!!

Von „Zuhause“ explodierte die Social-Media-Gruppe, das Team feierte sich vollkommen zu Recht. Heute haben hier alle, die Spieler auf dem Feld, auf der Bank, das Coaching und die Fans einen erinnerungswürdigen Erfolgsmoment erfahren.

Bei der Siegerehrung gab es neben Medaillen und Trainingsjacken dann auch noch den Umschlag mit der Einladung zur Deutschen Meisterschaft in Berlin Anfang Mai.

Auf der Heimfahrt waren die Spieler noch sehr platt, doch nach 12 Stunden wieder zurück am Graf-Rasso-Gymnasium angekommen, warteten über 30 Eltern, Geschwister und andere mehr, um mit ihren Helden des Tages bei einer Spontanfeier diesen großartigen Erfolg zu zelebrieren.

Herzliche Gratulation an die wackeren Recken der gespielten vier Runden: Benni G, Benni H, Jonas F, Lasse B, Lasse P, Manuel F, Moritz G, Niklas K, Robin R, Samuel M, Tim T; Christian D, Tim R, Linus R, Philipp R

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