Die einwöchige Spielpause ist vorbei, es geht wieder los: Auf die Panther wartet am Samstag zum Auftakt des noch fünf Spiele umfassenden Endspurts in der 3. Liga gleich ein Brocken, der sich beim Blick auf die Tabelle nicht unbedingt sofort offenbart. Der TV Willstätt ist als Elfter auf dem Papier nur Außenseiter. Anders stellt es sich aber dar, wenn man den bisherigen Saisonverlauf genauer betrachtet.

Schon ins Hinspiel im Pantherkäfig am neunten Spieltag waren die Panther als Topfavorit gestartet. Kein Wunder, waren die Willstätter damals doch mit 1:15 Punkten angereist. Der einzige Zähler stammte noch dazu vom Saisonauftakt, danach folgten satte sieben Pleiten in Folge. Die Panther schafften es beim 31:28 zwar, die Negativserie des TV auszubauen. „Aber schon da hat sich gezeigt, dass Willstätt keine Mannschaft für den Abstieg ist.“

Personell hält Wild die Baden-Württemberger für gut genug besetzt, um unter den ersten Sieben in der Tabelle mitzuspielen. „Angesichts ihrer Möglichkeiten waren sie in der Hinrunde dann aber die Enttäuschung der Saison.“ Und das hatte Folgen. Willstätte trennte sich nach sechs Spieltagen von Trainer Ole Andersen. Und auch unter Interimscoach Rudi Fritsch dauerte es bis zum zehnten Spieltag, ehe der lang ersehnte erste Saisonsieg gelang – ausgerechnet gegen den hohen Favoriten Oppenweiler.

Mittlerweile führt der 71-fache deutsche und 101-fache belarussiche Nationalspieler Andrej Klimovets das Trainerzepter in Willstätt. Und der frühere Top-Kreisläufer hat Willstätt offenbar endgültig wieder in die Spur gebracht. Auf den 1:15-Punkte-Start folgten 15:9 Zähler und der Sprung vom letzten auf den elften Tabellenplatz. Und auch noch mehr scheint drin zu sein. „Sie werden jedenfalls top motiviert gegen uns auftreten“, sagt Wild.

Bekannt sind die Baden-Württemberger für ihre sehr unangenehme und extrem defensiv eingestellte 6:0-Abwehr. Und auch vor der robusten Spielweise der Willstätter hat Wild durchaus Respekt. Dazu kommt, dass die Fans wieder den achten Mann auf dem Feld geben, seit die Durststrecke überstanden ist. „Zuletzt hatte Willstätt immer um die 1000 Zuschauer“, sagt Wild. Die erwartet er auch am Samstag.

Das alles lässt den Panthercoach „einen heißen Tanz und ein intensives Spiel“ erwarten. Insofern tat die einwöchige Spielpause durchaus gut, denn der Kader ist wieder gut bestückt. Zwar fehlt neben den Langzeitverletzten Ivan Bilic und Benedikt Damm auch Ole Schwagerus noch. Der Kreisläufer ist zwar wieder im Training. „Ein Einsatz käme aber noch zu früh“, sagt Wild. Dafür sind Valentin Schell und Felix Kerst wieder an Bord. Und auch Michael Luderschmid (Rücken) und Florian Scheerer (krank) sollten bis Samstag wieder fit sein.

Andreas Daschner