Der zweite Anzug passt: Das ist die Erkenntnis der Panther aus dem 31:30 (14:17)-Sieg in Baden-Baden. Obwohl Coach Martin Wild verletzungs- und krankheitsbedingt auf eine ganze Reihe Routiniers verzichten musste, feierten die Brucker nach zuletzt zwei Niederlagen wieder einen Sieg. Und zwar einen, der den Übungsleiter stolz machte.

„Die Jungen haben heute Verantwortung übernommen“, sagte der Übungsleiter nach dem Spiel. Marco Silvestri und Valentin Schell erzielten jeweils fünf Tore und überzeugten mit einer perfekten Wurfquote. „Die beiden waren bislang noch nicht so richtig in der 3. Liga angekommen“, sagt Wild über seine jungen Außen. Das haben sie nun offenbar korrigiert. Denn beiden attestiert Wild ein Klassespiel.

Aber auch Cedric Riesner, Ole Schwagerus und einmal mehr der erst 18-jährige Abwehrchef Florian Scheerer überzeugten auf der ganzen Linie. So sehr, dass Wild in der zweiten Halbzeit sogar auf einige seiner verbliebenen Routiniers freiwillig verzichtete: Alexander Leindl spielte in der zweiten Halbzeit gar nicht mehr, und auch Tobias Prestele und Julian Prause saßen in der entscheidenden Phase auf der Bank. „Ich sah keinen Grund, um noch einmal auszuwechseln“, sagt Wild. „Die Jungen haben ihre Sache gut gemacht.“

Ganz verzichtete Wild freilich nicht auf arrivierte Akteure. Michael Luderschmid zeigte vor allem am Ende einige wichtige Paraden und Yannick Engelmann findet immer mehr zu seiner alten Form zurück und erzielte dieses Mal acht Tore. Und dann war da noch Johannes „Josy“ Stumpf. Der Rückraumspieler sollte wegen einer Wadenverletzung eigentlich gar nicht spielen. Doch Wild brachte seinen Routinier ab der 25. Minute doch. Zwar zeigte Stumpf nicht seine Bestleistung. Aber alleine durch seine Präsenz auf dem Spielfeld war er laut Wild wichtig für die Panther.

Taktisch hatte Wild indessen in die Trickkiste gegriffen. Zum einen spielte er 60 Minuten lang mit einer defensiven 6-0-Abwehr, die gewohnte 3-2-1-Defensive blieb dieses Mal außen vor. Zum anderen setzte Wild konsequent auf einen siebten Feldspieler. „Das war personell und taktisch dieses Mal etwas anderes“, sagt Wild. „Aber die Jungs haben das gut umgesetzt. So gut, dass Wild „echt stolz“ auf seine Jungs war, wie er sagt. „Ich bin jetzt zwölf Jahre Trainer“, so der Panthercoach. „Aber dieser Sieg fühlt sich für mich schon ziemlich besonders an.“

Panther: Bilic, Luderschmid, Allmendinger; Prestele, Damm 1, Riemschneider 4, Schwagerus 1, Scheerer 1, Prause, Schell 5, Stumpf 1/1, Engelmann 8, Riesner 4, Silvestri 5, Leindl 1.

Andreas Daschner