– Kräfteverlust führt zur bitteren 26:25 (12:18) Niederlage beim HC Oppenweiler/Backnang –

Trainer Martin Wild sprach von einer der bittersten Niederlagen, die er in seiner langen Trainergeschichte mit der 1. Mannschaft hinnehmen musste. Wenn man bedenkt, unter welchen Voraussetzungen das „Rumpfteam“ die Reise ins württembergische Oppenweiler antrat und den Spielverlauf verfolgte, kann die Worte von Martin Wild bestens einordnen. Vor einem der wichtigsten Spiele der Saison, mussten Corona bedingt Max Horner, Stephan Seitz und Benedikt Hack absagen. Da Leindl nach seinem Kreuzbandriss noch nicht einsatzfähig war, fehlten ihm alle vier Linkshänder. Dazu kam, dass Abwehrspezialist Tobias Prestele wegen eines positiven Befundes die Reise ebenfalls nicht antreten konnte. Martin Wild konnte zwar elf Feldspieler aufbieten, unter denen sich aber nur vier etatmäßige Rückraumspieler befanden, von denen Sebastian Meinzer nach einer viermonatigen Verletzungspause auch erst sein zweites Spiel bestritt und kräftemäßig natürlich noch Nachholbedarf besteht. Zu den elf Spielern gehörte auch Julian Prause, der nach seiner Verletzung auch noch nicht voll einsatzfähig war und Cedrik Rießner, der nach seinem Kreuzbandriss vor elf Monaten ohnehin erstmals auf dem Spielberichtsbogen stand. So lag die gesamte Verantwortung im Prinzip auf sieben Spielern, die mehr oder weniger Durchspielen mussten.

Trotz dieser personell eher „ungleichen“ Voraussetzungen zeigten die Panther eine famose Leistung und setzten die Gastgeber über eine kompakte Abwehr und schnell vorgetragenen Angriffen von Beginn an unter Druck. Den Part des Rückraumes, von dem die eigentliche Gefahr ausgehen sollte, übernahmen zu Beginn des Spieles die beiden Außen Gianni Huber und Felix Kerst, die bis zur 5:12 Führung in der 16. Minute die Hälfte der Tore erzielten. Wie dominant unser Team auftrat lässt sich auch daran erkennen, dass der Trainer des HC in der ersten Halbzeit bereits zwei Auszeiten nahm. Die hatten keinen Einfluss auf unser Spiel, so dass der Abstand bis zum 12:18 Halbzeitstand gehalten werden konnte.

In der zweiten Halbzeit gelang es bis zur 42. Minute und dem 17:22 den Vorsprung zu halten, wobei sich hier schon erste Kräfteverluste bemerkbar machten. Dies verstärkte sich mit fortschreitender Spieldauer, so dass die Gastgeber den Rückstand Tor um Tor verringerten. Wenn die Kräfte nachlassen sind es Kleinigkeiten, die aber letztlich entscheidend über Sieg und Niederlage sind. Bei uns machte sich dies besonders im Angriff bemerkbar, da in der zweiten Halbzeit nur sieben Tore erzielt werden konnten. Davon „nur“ drei von sechs Feldtoren aus dem Rückraum, was nicht als Vorwurf gemeint ist, sondern nur eine statistische Erfassung ist, da der Rückraum sonst mindestens zwei Drittel der Tore zum Erfolg beisteuert. Es war nicht so, dass sich das Team nicht noch die eine und andere gute Chance erspielt hätte, die aber leider nicht genutzt werden konnte. Besonders schmerzlich war der vergebene Siebenmeter knapp eine Minute vor Schluss zum 25:25. Der Treffer des HC zum 26:24 brachte die Entscheidung, da uns in den letzten 30 Sekunden nur noch der 26:25 Anschlusstreffer gelang.

Jetzt gilt es erst einmal die Niederlage zu verarbeiten, was nicht einfach wird. Es wird eine Mentale Angelegenheit, weil sich die Mannschaft hinsichtlich Kampf und Einsatzbereitschaft nichts vorwerfen muss. Schade ist, dass das Corona-Virus einige Spieler zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt traf. Sportlich schade, aber noch viel wichtiger ist, dass der Krankheitsverlauf hoffentlich „human“ verläuft und vor allem ohne Nebenwirkungen. Alles Gute auf diesem Weg!

Mit dieser Niederlage haben wir mit Pfullingen wieder den Platz getauscht und befinden uns in der Verfolgerrolle. Vielleicht sieht es nächsten Samstag schon wieder anders aus, da der VfL den bisher verlustpunktfreien Tabellenführer Konstanz empfängt. Zeitgleich müssen aber wir gegen den TSV Neuhausen unsere „Hausaufgaben“ machen. Dann sehen wir weiter und Kornwestheim hat gezeigt, dass auch Konstanz mit einer engagierten Leistung zum Wackeln gebracht werden kann. Kopf hoch und den Glauben an den zweiten Platz nicht verlieren.

Louis Oberosler, Michael Luderschmid

Gianni Huber (3), Tim Kaulitz, Ole Schwagerus (4), Philipp Hlawatsch (2), Korbinian Lex (2), Sebastian Meinzer (3), Felix Kerst (7), Yannick Engelmann (3/1), Julian Prause, Cedrik Rießner, Lasse Rehmeyer