Immer wenn man denkt, das Fürstenfeldbrucker Handballmärchen wird nun doch mal ein Ende nehmen, schlagen die Jungs von Trainer Martin Wild ein neues Kapitel auf. Zuletzt die beiden fulminanten Siege gegen Nieder-Roden und Bad Blankenburg. Am Samstag folgt nun der vorläufige Höhepunkt, der einfach nicht enden wollenden Erfolgsgeschichte. Der selbsternannte Meisterschaftsfavorit HC Elbflorenz kommt zum Spitzenspiel in die Wittelsbacher Halle. Für die Dresdener gab und gibt es nur ein Ziel: Die 2.Bundesliga. Und das so schnell wie möglich. Ob es allerdings diese Saison noch klappt, scheint zumindest fraglich. Angeworfen wird das ultimative Duell David gegen Golliath um 19.30 Uhr.

Der HC Elbflorenz ist der unbestrittene Liga-Krösus. Der Etat liegt dem Vernehmen nach bei rund einer Million Euro. Das Umfeld ist professionell, Vereinspräsident und Hauptsponsor Uwe Saegeling (48) stellte zusammen mit einer Investorengruppe den Neubau einer bundesligatauglichen Halle in Aussicht. Das Sasonziel wurde auf der vereinseigenen Homepage klar definiert: Dort hieß es: „Und wer spielt dieses Jahr um die Spitzenplätze? Wir! Was soll man groß um den heißen Brei herumreden, die Zielstellung der Dresdner ist klar: Aufstieg in die 2. Bundesliga und das am besten ohne Umwege.“

Elf Profis stehen im Team der Dresdener. Im täglichen Training kann Coach Peter Pysall mit 7 ehemaligen Spielern aus der 1.Bundesliga arbeiten, 5 Spieler haben 2.Liga-Erfahrung. Mit Rico Göde steht sogar ein deutscher Nationalspieler im Kader. Der 2.07 m Kreisläufer-Hühne bestritt zu seiner Zeit bei den Füchsen Berlin 2 Länderspiele. Auch am Torhüter lässt sich die Qualität des Samstagsgegners trefflich einordnen: Henrik Ruud Tovas ist achtmaliger norwegischer Nationalspieler, er wechselte mit Champions League Erfahrung aus der ersten norwegischen Liga zum 1.Liga Aufsteiger nach Lepzig und spielt nun in Dresden. Mit Gabriel de Santis wurde 2014 auch ein hochtalentierter, 21-jähriger schwedischer Juniorennationalspieler verpflichtet.

Nach dem verpassten Aufstieg vergangene Saison (man scheiterte in der Relegation) wurde die Mannschaft auf mehreren Positionen noch einmal umgebaut und verstärkt. Für die rechte Außenbahn verpflichtete man mit René Boese (31) einen ehemaligen Junioren-Nationalspieler, der zuletzt für den letztjährigen Zweitligameister SC DHfK Leipzig seine Stiefel schnürte. Richtig eingschlagen hat der junge Mittespieler Sebastian Greß. Den Panthern ist der athletische 20-jährige bestens bekannt. Bei Leipzig unter Vertrag, kämpfte er Dank Doppelspielrecht mit der HG Köthen vor rund 6 Monaten in den Relegationsspielen mit den Panthern um den Klassenerhalt. Dabei war er mit 13 Toren dessen alles überrragender Akteur.

Mit Henning Quade (26) wurde noch ein zweiter Kreisläufer verpflichet. Der 1,96- Metermann spielte bereits für den Bergischen HC, die HSG Düsseldorf und für den VfL Bad Schwartau. Für die rechte Rückraumseite kauften die Sachsen noch Hannes Lindt (29, 1,97m), einen vielgereisten Akteur mit Stationen unter anderen bei Concordia Delitzsch, SC Magdeburg Gladiators, DHC Rheinland, TUSEM Essen und SG BBM Bietigheim. 2006 wurder er Junioren-Europameister, 2007 Junioren-Weltmeister. Ihm gegenüber verstärkt nun Nils Holger Kretschmer (22) vom TV Bittenfeld die linke Rückraumseite. Auch der 2.00-Metermann kann trotz seiner jungen Jahre bereits auf etliche Stationen im professionellen Handball zurückblicken. So trug er neben den Farben der Rhein-Neckar-Löwen auch schon die des TV Großwallstadt, des SC Magdeburg und des VfL Bad Schwartau.

Hört oder liest man diese Zeilen, kann man durchaus ins Schwärmen geraten und man vergißt schnell, dass es sich hierbei immer noch um einen 3.Ligisten handelt. Umso erstaunlicher ist das Zwischenergebnis der beiden ungleichen Kontrahenten: 17:7 Punkte zu Buche. Trotzdem wartet realistischerweise auf die Panther eine auf dem Papier schier unlösbare Aufgabe. Genau das also, was sie in der Vergangheit immer so geliebt haben. Ohne jeglichen Druck können die TuS-Youngster also in das Spitzenspiel am Samstag ziehen. Der Panther-Käfig wird sicher wieder aus allen Nähten platzen, weswegen die TuS-Verantwortlichen empfehlen, frühzeitig in der Wittelsbacher Halle zu erscheinen.