Die wilde Fahrt der Brucker Himmelsstürmer durch die Oststaffel der 3.Bundesliga geht weiter. Nächster Halt: Das unterfränkische Amorbach. Dort treffen die Panther am kommenden Samstag, den 17.10. auf den Traditionsclub TV Kirchzell. Anwurf der Partie des Tabellenelften gegen den Tabellendritten in der Partival-Sporthalle ist um 19.30 Uhr.

Es ist wirklich ein kleines Handball-Märchen, was sich da momentan in Fürstenfeldbruck abspielt. Sechs der sieben Saisonspiele konnten die Wild-Jungs bislang gewinnen und gelten ligaweit als die große Überraschungsmannschaft der Saison. 12:2 Punkte und Tabellenplatz 3 sind das verrückte Zwischenresultat. Der einzigen Niederlage bislang in Baunatal folgte eine Woche später sofort wieder eine 39:26 Gala gegen den überforderten USV Halle. Und wieder waren es über 800 Zuschauer in der Wittelsbacher Halle, die Konter um Konter von Marcus Hoffmann, Frederik Hartz und Co. sahen. Gleich zwei Radiosender berichteten über das Spiel, wieder gab es Riesen-Artikel in den Zeitungen. Überhaupt ist bei den Spielen der Fürstenfeldbrucker Youngster dieses Jahr Spektakel garantiert. Es fallen im Schnitt die meisten Tore der gesamten Ost-Staffel. Über 55 mal schlägt es dabei auf beiden Seiten ein. 29 eigene Treffer durchschnittlich bedeuten dabei die drittbeste Offensive. Spaß ist also angesagt, trotzdem ist Bescheidenheit weiterhin Trumpf bei der Mannschaft um Kapitän Tobi Prestele. Die Mannschaft weiß um das schwere Programm der nächsten Wochen und bleibt auf dem Boden, arbeitet vielmehr weiter äußerst konzentriert und akribisch. Am Samstag ist die Mannschaft auch wieder komplett. Bis auf den Langzeitverletzten Andi Knorr sind alle Spieler an Bord. Einer fehlt jedoch trotzdem. Trainer Martin Wild feiert die Hochzeit seines Bruders. Alexander Raff vertritt ihn.

Gleicht die Entwickung der Brucker Panther der jüngsten Vergangenheit tatsächlich der Geschichte des gallischen Widerstandes gegen die Römer, so lädt die Historie des TV Kirchzell erst Recht zum Staunen ein. Deutschlandweit bekannt wurde der Verein vor allem für seine Jugendarbeit. Die B-Junioren wurden 1999 Deutscher Meister, die A-Jugend schaffte 2004 und 2009 jeweils den deutschen Vize-Titel. Spieler wie die deutschen National-Torhüter Carsten Lichtlein oder Andi Wolff  machten ihre ersten Senioren-Spiele beim TVK, Andi Kunz, Heiko Grimm und Bernd Roos sind sogar gebürtige Kirchzeller und schafften es alle bis in die Nationalmannschaft. In der 3. Liga – damals noch Regionalliga – konnte man schon vor 20 Jahren eine gute Rolle spielen. Nach einem 2., 3. Und 2. Platz folgte 2000 dann sogar der Aufstieg in die 2. Bundesliga, wo man sich drei Jahre halten konnte und 2006 noch mal vorbeischaute. 2010 dann die Qualifikation für die 3. Liga, die man mit Platz 7 erreichte und seither einstellige Plätze schaffte.

In der letzten Spielzeit belegte man einen guten 5.Tabellenplatz, in diesem Jahr erwartet Trainer Kunz allerdings nicht ganz so viel von seinem Team, der Nichtabstieg ist das tiefgestapelte Ziel. Zwar haben die Kirchzeller tatsächlich momentan nur 4:10 Punkte auf dem Konto, mussten zu Beginn der Runde aber auch mit Nieder-Roden, Hüttenberg und Dresden-Elbflorenz gegen drei Top-Mannschaften jeweils nur knapp den Kürzeren ziehen.Vergangene Woche setzte es eine weiter knappe Niederlage bei einem Top-Team, der MSG Groß-Bieberau. Lediglich die Heimniederlage gegen Bad Blankenburg kam etwas überraschend. Gewonnen wurden die Spiele gegen den TV Großwallstadt und den TSV Rödelsee. Ihren Dreh- und Angelpunkt hat der TVK in den beiden Rückraumspielern Mario Stark und Andi Kunz. Beide mit Bundesligaerfahrung aus Großwallstadt ausgestattet. Kunz sogar 302 mal. 1004 Tore warf er dabei, was dem heute 33-jährigen auch zu einem Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft verhalf.