Die Panther setzen einen tollen Schlusspunkt auf eine lange Saison und haben mit zwei Siegen gegen den SV Beckdorf (32:21) und die HG Köthen (29:27) das Relegationsturnier gewonnen. Sie sind nun erster Nachrücker in die 3.Liga, falls eine Mannschaft noch bis zum 30.6 aus der 3.Liga zurückzieht.

Die Panther setzen einen tollen Schlusspunkt auf eine lange Saison und haben mit zwei Siegen gegen den SV Beckdorf (32:21) und die HG Köthen (29:27) das Relegationsturnier gewonnen. Sie sind nun erster Nachrücker in die 3.Liga, falls eine Mannschaft noch bis zum 30.6 aus der 3.Liga zurückzieht. Alle Kosten und Mühen haben sich vorerst gelohnt. Nach 10 Tagen Urlaub hat Trainer Martin Wild seine Mannen noch einmal zusammengetrommelt, um sich auf das Relegtionsturnier vorzubereiten. Bereits am Freitag machte sich der 16-köpfige Kader auf ins 500 Kilometer entfernte Bernburg, um am Samstag ausgeruht und erhohlt ins Turnier zu starten. Darunter waren mit Ben Gogger, Kilian Schweinsteiger und Gianni Huber auch Spieler aus der Zweiten und Dritten Mannschaft, um den Ausfall der Leistungsträger Josy Stumpf, Andreas Krauß, Michael Luderschmid und Korbinian Sparn abzufangen. Die Langzeitverletzten Maxi Dück, Nick Huber und Marcus Hoffmann drückten von zu Hause aus die Daumen, Max Lentner war als Fan und Organisator mit vor Ort.

Das erste Spiel zwischen Köthen und dem selbsternannten Favoriten aus Beckdorf verlief überraschend einseitig. Köthen dominierte, Beckdorf lies sich zusehends hängen. Am Ende ein deutliches 34:23 für die Heimsieben. Nun wurde es für die Panther ernst. Der Spielplan sah vor, dass man zuerst gegen den Verlierer der ersten Partie antreten musste. Gegen das mit zahlreichen Legionären und ehemaligen Zweitligaspielern gespickte Team aus der Nähe von Hamburg stand man von Beginn an äußerst konzentriert in der Abwehr. Dahinter ein glänzend aufgelegter Lucas Kröger im Tor. Sichtbar motiviert zeigte der gebürtige Hamburger vor den Augen seiner Eltern sein ganzes Können und trug mit 18 Paraden erheblich zum Erfolg bei. Mitspieler Christian Haller lobte seinen Torwart im Nachhinein in den höchsten Tönen: „Im Training bring ich fast nie einen Ball an ihm vorbei, heute hat er Beckdorf zum Wahnsinn getrieben.“

Bis zum 9:9 nach 22 Minuten tat man sich dennoch schwer, weil man im Angriff zu viele Chancen ungenutzt lies. Das änderte sich aber in den folgenden 16 Minuten. Mit einem 12:2 Lauf rannten die TuS-Youngster vor und nach der Pause ihren Konkurenten förmlich in Grund und Boden. 21:11 heiß es nach 38 Minuten. Beckdorf kam nicht mehr mit. Martin Wild konnte in den verbeibenden 20 Minuten Kräfte seiner Stammspieler schonen. Kilian Schweinsteiger reihte sich in die guten Leistungen seiner Kollegen nahtlos ein und spielte als wäre er nie weggewesen. Auch Ben Gogger überzeugte auf der Rechtsaußenposition. Alexander Leindl kam mit seinen 17 Jahren zum ersten Rückraumeinsatz im TuS-Dress und traf prombt zweimal. Mit sieben Toren alleine in der zweiten Halbzeit avancierte allerdings Frederik Hartz zum erfolgreichsten Werfer des Spiels, Kreisläufer Julian Prause traf fünf mal. 32:21 hieß es am Ende, also wieder eine 11-Tore Niederlage für Beckdorf.

Der absolute Albtraum aller Beteilgten nahm so langsam konkrete Formen an. Für den Fall, dass man  nun das zweite Spiel gegen Köthen unentschieden Spielen sollte, hat sich der DHB ein ganz besonderes Schmankerl einfallen lassen. Keine Verlängerung oder ein 7-Meter Werfen, ein Entscheidungsspiel kommende Woche an einem neutralen Ort sollte dann die endgültige Entscheidung bringen.

So weit sollte es aber zum Glück ja nicht kommen. Lediglich 1 1/2 Stunden verblieben um zu regenieren. Physiotherapeutin Verena Weyl verrichtete ganze Arbeit und der Vorhang fiel für den endgültig letzten Auftritt der Saison. Für Markus Dangers und Falk Kolodziej sollte es ja auch das letzte Spiel im Fürstenfeldbrucker Jersey werden. Schnell zeigte sich, dass die HG Köthen an diesem Tag ein ganz anderes Kaliber sein sollte. 2:6 stand es aus Panther-Sicht nach 8 Minuten. Der überragende Korbi Lex drehte mit 5 Toren in Folge im Alleingang das Spiel. Ganze 4 Minuten brauchte er dafür. 7:6 Führung. 12.Minute. Danach blieb es bis zur Pause völlig ausgeglichen – 16:16. Sebastian Meinzer kommentierte nach dem Spiel die Leistung seines Rückraumkollegens so: „Ich spiele ja mittlerweile seit über 6 Jahren mit Korbi zusammen, aber so stark habe ich ihn in Angriff und Abwehr noch nie gesehen. Hut ab!“. Der gab das Kompliment umgehend zurück: „Was Sebi vor allem in der zweiten Halbzeit gespielt hat, war ganz großes Kino.“ Tatsächlich spielten sich vor allem eben jener Sebastian Meinzer (8 Tore) und wieder der junge Frederik Hartz (6/2), sowie der geschickt Regie führende Spielmacher Christan Haller (2) in den zweiten 30 Minuten in den Vordergrund.

Einen darf man dabei aber nicht vergessen. Der bis dahin stille Beoabachter Dubravko Grgic zog in der Pause seine Trainingsjacke aus und stellte sich ins Brucker Gehäuse. Nach 8 Minuten und 4 Paraden später benötigte es einen 7-Meter Versuch, dass Köthen erstmals an ihm vorbeikam. Danach vergingen wieder 8 Minuten und diesmal 5 Paraden bis wieder einmal der Ball im Brucker Tor landete. Bis dahin hatten die TuS-Youngster vorne allerdings schon wieder ein paar mal getroffen. 22:18 nach 46 Minuten. An der Abwehr um Tobi Prestele, Kilian Schweinsteiger nud Co war kaum mehr ein durchkommen. 27:22 war man in der 54. Minute in Führung.

Danach gab es noch ein letztes Aufbäumen der frenetisch nach vorne gepeitschten Mannschaft aus der Ost-Staffel, neun 7-Meter wurden ihnen zugesprochen, den letzten beim Spielstand von 29:27 25 Sekunden vor Ende. Sebastian Greß trat an, achtmal verwandelte er davor sicher, beim entscheidenden behielt Dubravko Grgic allerdings die Nerven und parierte. Hinterher kommentierte er trocken: „Normal“. Das war dann auch die Entscheidung. In der verbliebenen Zeit passierte nichts mehr.

Mit Schlusspfiff brach alles aus den Jungs aus. Unbändiger Jubel über einen letzten Kraftakt 11 1/2 Monate nach der ersten Trainingseinheit für eine 3.Liga Saison, die so oder so lange in positiver Erinnerung bleiben wird und für die sich alle Mühen gelohnt haben! Die junge Mannschaft hat in diesem Jahr großartiges geleistet und wartet nun ab, ob es für ein weiteres Jahr in der 3.Bundesliga reicht. Bis zum 30.6 kann noch eine Mannschaft zurückziehen. Spekulation gibt es viele.

In erster Linie wartet man nun an der Amper ab, was sich in Vorsfelde (sportlicher Aufsteiger aus der Niedesachsen-Oberliga) diese Woche tut. Dort ging die Tendenz zuletzt eher in Richtung Aufstiegsverzicht. Aktuell sagt Clubchef Werner Reimer: „Wir werden in dieser Woche Gespräche führen. Gemeinsam mit den Aktiven das Für und Wider abwägen.“

Torschützen (aus beiden Spielen): Grgic, Kröger; Lex (10), Hartz (13/4), Meinzer (11), Prause (6), Knorr (6), Kolodziej (5), Haller (3), Schweinsteiger (1)), Leindl (2), Dangers (2), Prestele (2), Gogger