Kilian Schweinsteiger (22) hat fünf Jahre lang das Trikot der Brucker Panther getragen. In dieser Zeit hat er sich trotz seines jungen Alters bereits zu einem echten Leistungsträger im Team von Trainer Martin Wild entwickelt. Trotzdem ist nun vorerst Schluss. Kilian über die Beweggründe seiner handballerischen Auszeit, die vergangene Saison, besondere Momente und die Chancen in der 3. Liga

 

Kilian, die Saison ist beendet. Jetzt stehen bei Dir große Veränderungen ins Haus. Für Handball in der 3.Liga bleibt momentan leider kein Platz in deinem Leben. Wie sieht deine berufliche Zukunft aus?

Ich fange ab dem 22. September mit meinem berufsbegleitenden Master-Studium in Steyer (Österreich) an. Dies bedeutet, dass ich Freitag und Samstag in der Uni sein werde. Somit am Wochenende leider nicht mehr bei den Spielen mitwirken kann. Daraus resultierte mein Entschluss für die Unterbrechung meines Engagements in der 1. Herren Mannschaft.

 

Und dann? Sehen wir Dich wieder? Oder wirst Du evtl. sogar in der Zweiten oder Dritten Mannschaft spielen?

Momentan weiß ich leider noch nicht genau, wie meine Freizeit in Zukunft genau aussehen wird. Deshalb will ich mich noch nicht festlegen, ich bin jedoch keineswegs abgeneigt meine Handballschuhe ab und zu wiedermal hervorzuholen. Und in spätestens in 2 Jahren – nach meinem Master – könnte ich mir vorstellen, wieder als aktiver Handballer den TuS zu unterstützen

 

Ihr habt eine Bilderbuchsaison mit dem Doublegewinn hingelegt. Wie sieht Dein Fazit aus und welche Momente sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Ich denke, wir haben eine sehr gute Saison gespielt und haben uns vor allem als Team wesentlich weiterentwickelt. Sind als Mannschaft enger zusammengerückt. Dies ist gerade für die kommenden Aufgaben enorm wichtig. Besonders wird mir in Erinnerung bleiben, wie ich nach meiner langen Verletzungspause von der Mannschaft aufgenommen wurde und viel Vertrauen bekommen habe. Dafür möchte ich Allen auch an dieser Stelle noch einmal danken.

 

Was hat Deiner Meinung nach den Erfolg ausgemacht?

Ich denke am entscheidensten war der Teamgeist, der sich im Laufe der Saison extrem ausgebaut hat, schließlich sind wir keine Söldnertruppe, sondern Freunde, die in und um das Handball herum auch noch andere Interessen teilen.

 

Du hast viele Erfolge in FFB in den letzten Jahren gefeiert. Bayerischer A-Jugendmeister, Aufstieg mit der Zweiten Mannschaft in die Bayernliga, Stammspieler in der Ersten und zur Krönung der 3.Ligaaufstieg. Gab es auch schwierige Momente in deiner Karriere?

Klar gab es die. Das macht den Sport ja auch aus. Aber ich finde man darf sich gerade in schwierigen Phasen nicht unterkriegen lassen, sondern muss sich ein neues Ziel setzten.

 

Bereits am kommenden Samstag startet für deine ehemaligen Mitspieler die Vorbereitung auf die neue Saison. Bist du wehmütig und wärst gerne dabei oder genießt Du schon die handballfreie Zeit?

Ich werde etwas wehmütig sein, aber auch die handballfreie Zeit kann sehr erholsam sein und man kann sich auf andere Dinge fokussieren.

 

Werden wir Dich trotzdem ab und an in Fürstenfeldbruck sehen in nächster Zeit?

Das bestimmt, ich muss und möchte ja ab und zu nach dem Rechten in der Brucker Handball Szene schauen. 🙂

 

was wirst Du besonders vermissen?

 Definitiv die Jungs und das Bier nach dem Training. Aber auch meinen Trainer, den ich leider nicht mehr so oft nerven kann

 

Es wartet eine unglaublich schwere Saison in einer semiprofessionellen 3.Liga. Der TuS tritt mit dem geringsten Etat aller Mannschaften und einer extrem jungen Mannschaft an. Traust du trotzdem den Jungs den Klassenerhalt zu?

Es wird sicher sehr schwierig, aber die Mannschaft hat, so finde ich, ein Entwicklungspotential, da sie jung sind und sich weiterentwickeln wollen. Noch dazu haben wir Neuzugänge, die der Mannschaft weiterhelfen können. Wichtig ist nur, dass der Teamgeist bei der Mannschaft erhalten bleibt, auch wenn es mal nicht nach Plan laufen sollte und man eventuell auch mal ein paar Spiele hintereinander verlieren sollte. Dazu muss sich jedoch auch das Umfeld der Panther als Unterstützter darstellen und nicht als Nörgler, denn dies ist auf Dauer sicherlich auch mannschaftsintern sehr zermürbend.

 

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