Der vierte Neuzugang für die kommende 3.Ligasaison steht nun endgültig fest. Mit dem Kroaten Dubravko Grgic kann der TuS spektakulär die entstandene Lücke im Tor schließen. Dienstagabend unterschrieb der sympatische, 185cm große Torhüter seinen Passantrag im Vereinsheim auf der Lände. Grgic kommt vom kroatischen Erstligisten RK Bjelovar an die Amper und wird am 14. Juni mit der Mannschaft in die Vorbereitung starten.

Auf den ersten Blick mag die Verpflichtung eines ausländischen Erstligaspielers so gar nicht in das Konzept der jungen Brucker Panther passen – lernt man die Hintergründe des Transfers kennen, kann man dem TuS zu dieser Verpflichtung nur beglückwünschen. Fieberhaft arbeitete man im Brucker Lager daran, die aufkommende Lücke im Tor zu schließen. Myles Sasse gab frühzeitig bekannt aus beruflichen Gründen seinen Dienst zu quittieren, Lucas Kröger wird sich demnächst bis Weihnachten nach England zum Studieren verabschieden. Und Mit Oldie Robert Vuskovic (34) hatte sein langjähriger Mannschaftskollege und jetzige Coach Martin Wild eine klare Absprache. Ein Jahr lang sollte er das junge Torhütergespann nochmal als Backup unterstützen, danach endgültig seine Handballschuhe an den Nagel hängen. Dass er dann maßgeblichen Anteil am Aufstieg haben sollte und Dank einer überragenden Rückrunde sogar ins Allstar-Team der Bayernliga gewählt wurde, hatte so niemand auf der Rechnung. Das Ergebnis ist mittlerweile bekannt. Robert Vuskovic hängt nochmal ein Jahr dran.

Trotzdem musste man einen weiteren Torhüter verpflichten. Als man langsam verzweifelte, da sämtliche vorspielenden Kanditaten sportlich nicht hundertprozentig überzeugten oder finanzielle Drahtseilakte bedeutet hätten, erreichte TuS-Manager Erich Raff ein Anruf. Am anderen Ende der Leitung war Marijan Grgic, ein seit 20 Jahren in München lebender Schuhmacher, der berichtete, dass sein Sohn demnächst nach München ziehen wolle und einen Handballvereine suche. Wenig später absolvierte Dubravko eine komplette Trainingswoche mit dem Team und wußte auf Anhieb sowohl menschlich wie auch sportlich zu überzeugen. Auch die Aufwandsentschädigung wird nicht die seiner Mitspieler übersteigen. Gemeinsam wird man auf Arbeitsplatzsuche gehen.

Grgic begann im Alter von 8 Jahren das Handballspielen bei RK Bjelovar, einem Verein mit großer Tradition. Immerhin neun jugoslawische Meisterschaften hat der Club aufzuweisen. 1972 gewann man mit Handballlegende Hrvoje Horvat (später Milbertshofen und Schwabing) sogar die Champions League. Bis auf eine kurze Ausnahme hielt er seinen Heimatverein immer die Treue. Im Alter von 17 Jahren wechselte er für eine Saison zum kroatischen Vorzeigeclub RK Croatia Osiguranje Zagreb. Hauptsächlich im Juniorenteam zum Einsatz kommend, darf er sich trotzdem offiziell kroatischer Meister 2004/05 nennen. Mannschaftskollegen waren unter anderem Welthandballer Domagoj Duvnjak oder Manuel Strlek. 2011/12 sammelte er mit Bjelovar sogar Europokalerfahrrung im Challenge Cup. Als Vorbild nennt er den ehemaligen deutschen Nationaltorwart Henning Fritz.

Trainer Martin Wild sagt über seinen Neuzugang: “Dubravko verfügt über aussergewöhlich gute Reflexe, gute Antizipation und spielt zielsichere Gegenstoßpässe.Trotzdem sollte man ihm die Zeit geben und  nicht sofort zu viel von ihm erwarten. Man darf nicht vergessen, dass er nicht nur handballerisch in eine völlig neue Welt taucht und gerade zu Beginn viel im athletischen Bereich arbeiten wird, sondern dass er auch eine neue Sprache lernen muss und sich ganz nebenebei noch eine berufliche Existenz in München aufbauen will.” Mit Spannung darf der erste Auftritt des ehrgeizigen Kroaten im Trikot der Brucker Panther erwartet werden. Dann wird sicherlich auch sein Vater Marijan dabei sein und seinen Sohn zum ersten Mal Handball spielen sehen – Dobrodosli u Fürstenfeldbruck Dubravko!!!

 

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