Standing Ovations in der Wittelsbacher-Halle! Als Tabellendritter empfing unsere Mannschaft den Tabellenzweiten TSV Lohr. Im Gepäck hatte das Team von Trainer Martin Wild die zwei jüngsten Niederlagen und die 20:26-Pleite aus dem Hinspiel. „An den direkten Vergleich haben wir vor der Partie gar nicht gedacht“, sagte Wild nach dem Match. Klar habe man das Spiel gewinnen wollen, aber dass es so deutlich werden würde…

Dabei war der Auftakt so gar nicht nach dem Geschmack der meisten der rund 400 Zuschauer. Gäste-Keeper Stefan Schüßler, der als der vielleicht  beste Torhüter der Bayernliga gilt, fischte gleich die ersten drei Wurfversuche unserer Spieler weg. Darunter auch ein Ball von Maximilian Dück auf die kurze Ecke. Doch Dück, der im Hinspiel eine unterirdische Wurfquote hatte, reagierte diesmal besser und zielte in der Folge vornehmlich auf die lange Ecke – zwölf Tore!

Insbesondere die Anspiele an den Kreis wurden in der Anfangsphase meist eine Beute der Lohrer Abwehrspieler und so stand zunächst ein 0:2 (5.) und wenig später ein 3:5-Rückstand (10.) zu Buche. Als Andreas Knorr sieben Minuten später einen Tempogegenstoß zur erstmaligen Führung verwertete (8:7) kippte das bis dahin von den Gästen dominierte Spiel allerdings völlig.

Die ausgegebene Taktik ging auf, denn in der Abwehr reagierte unsere Mannschaft stets auf jede Personalveränderung von Gästecoach Dr. Frantisek Fabian. Immer wieder wurde zwischen einer 6-0-, 5-1-, und 3-2-1-Abwehrformation gewechselt. Dazu kam der treffsichere Rückraum, denn neben Dück hatte auch Andreas Knorr (8 Tore) sein Visier wieder richtig justiert. Dazu zeigte Stefan Gärtner, dem zuletzt immer wieder technische Fehler unterlaufen waren, mit energischen Antritten und ebensolchen Abschlüssen, dass er im Rückraum durchaus eine Alternative ist.
Lohr hat vielleicht nicht seinen besten Tag erwischt – und doch spielt eine Mannschaft nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Und unsere Mannschaft ließ diesmal nach der zehnten Minute so gut wie nichts zu. Martin Wagner, der nach einer Viertelstunde den verletzten Simon Wicha im Tor ersetzte, glänzte einmal mehr als „Hexer“ und leitete mit „Wahnsinns-Pässen“, so das prompte Lob des Trainers, zahlreiche Tempogegenstöße ein.Die Folge: Aus dem 7:7 (16.) wurde ein 16:10 (27.). Der Sechs-Tore-Abstand hatte auch noch zur Pause bestand und nach dem Seitenwechsel wuchs der Vorsprung bis zehn Minuten vor Spielende auf elf Treffer an. Beim 30:19 bebte die Halle und Lohr nahm eine Auszeit. Diese durchbrach den Spielfluss unseres Teams allerdings nur unwesentlich.

„Wir wollten das Tempo hochhalten und jeden Fehler bestrafen. Das ist uns gelungen“, sagte Wild: „Die Mannschaft hat heute eine tolle Reaktion auf die Leistung vom Spiel in Haunstetten gezeigt. Ich bin überglücklich und so unglaublich stolz auf die Mannschaft.“

 

TuS-Tore: Dück 12/4, Knorr 8, Gärtner 5, Raff 4, Wallnitz 4, Sparn 2, Müller 1

 
© Andreas Gellrich