– Enttäuschung nach der 22:25 (12:13) Niederlage –

Eigentlich war alles angerichtet, für ein großartiges Handballspiel. Volle Halle, gute Stimmung, nur die Leistung einiger Leistungsträger passte nicht dazu, weshalb der TSV Friedberg letztlich mit dem 22:25 einen verdienten Auswärtssieg feiern konnte.

Wie vermutet, sollte die psychische Verfassung und das Vertrauen in die eigene Stärke eine entscheidende Rolle spielen. Der Spielverlauf der ersten 15 Minuten hätte unserem Team eigentlich ins Konzept passen müssen, dass nach fünf Jahren mal wieder ein Sieg gegen den TSV Friedberg möglich ist. Zu der prächtigen Stimmung passte, dass nach dem 0:1 unser Team in der Folgezeit das Kommando übernahm, aus der Abwehr heraus sicher und zielstrebig agierte, so dass nach 15 Minuten ein 9:4 auf der Anzeigentafel zu lesen war. Mit dem Wechsel einiger Spieler kam leider ein Bruch in das Spiel und Friedberg konnte daraus Kapital schlagen. Plötzlich fehlte bei uns der rechte Zug zum Tor, es häuften sich die technischen Fehler und die Angriffe wurden teilweise unvorbereitet abgeschlossen. Nach dem 10:7 nach rund 20 Minuten gelangen den Gästen vier Tore in Folge und die damit verbundene 10:11 Führung. Die konnte zwar wieder ausgeglichen werden, verhinderte aber nicht den 12:13 Halbzeitrückstand.

In der Halbzeitpause appellierte Trainer Martin Wild an seine Spieler, in der Abwehr wieder kompakter zu stehen, den Angriff wieder aktiver zu gestalten und die sich bietenden Chancen konsequenter zu nutzen.

Dieser Appell wurde von seinen Spielern leider nur teilweise in die Tat umgesetzt. Einige Leistungsträger konnten ihr Leistungsvermögen überhaupt nicht abrufen, so dass die Verantwort nur auf wenigen Schultern ruhte. Da sich die Abwehr diesmal auf den bestens haltenden Torhüter Juraj Pekar verlassen konnte, blieben wir mit einem bzw. zwei Toren Rückstand immer in Schlagweite zu Friedberg, ohne das uns nur ein mal in der zweiten Halbzeit der Ausgleich gelang. Zwischen der 15. und 20. Minute zeichnete sich ab, dass sich Gäste entscheidend absetzen könnten. In dieser Phase brillierte Vilches Moreno mit glänzenden Anspielen an den Kreis und ließ damit seine ganze Klasse aufblitzen. Über das 16:19 konnte der Dreitorevorsprung bis zum 20:23 gehalten werden. In der 55. Minute keimte nochmals Hoffnung auf, als uns innerhalb einer Minute zwei Tore zum 22:23 gelangen. Trotz einiger Ballgewinne, wollte und sollte uns aus unterschiedlichen Gründen einfach der Ausgleich nicht gelingen. In Unterzahl mussten wir gut zwei Minuten vor Schluss auch noch das 22:24 hinnehmen. Eineinhalb Minuten vor Schluss wurde uns plötzlich noch die Chance eröffnet, zumindest einen Punkt zu erringen. Die in der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter schickten zwei Friedberger Spieler auf die Bank, so dass eine 6:4 Überzahlsituation entstand. Wie verunsichert die Mannschaft in dieser Phase war, wurde jetzt besonders deutlich. Keiner wollte die Verantwortung für einen finalen Wurf übernehmen, so dass ein Kreisspiel ins Leere lief und Friedberg rund eine Minute vor Schluss nochmals in den Ballbesitz kam. Diesen spielten sie routiniert herunter und schafften es zum Schluss auch noch, einen Spieler frei zuspielen. Nicht nur, dass der fällige Siebenmeter zum 22:25 Endstand verwandelt werden konnte, erhielt Sebastian Huhn für das rüde Faul auch die rote Karte, die als Konsequenz eine 14tägige Sperre nach sich zieht. Dazu ist kurz anzumerken, dass die Partie trotz der 12 Zeitstrafen, plus der roten Karte auf Brucker Seite und der zehn Zeitstrafen auf Friedberger Seite sehr fair verlief. Die Flut der Zeitstrafen kam leider aufgrund einer sehr kleinlichen Regelauslegung der beiden Unparteiischen zu Stande, was auch ein Grund für ein teilweise zerfahrendes Spiel war und ein noch besseres Spiel dadurch verhinderte wurde.

Jetzt heißt es erstmals das Spiel zu verdauen und sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Diesmal galt es, dem Erwartungsdruck der rund 900 Zuschauer Stand zu halten, was einigen nicht gelang. Bei der SG Köndringen-Teningen gilt es, gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf zu Punkten. Mal schauen, ob die Spieler diesem Druck gewachsen sind, zumal Andreas Krauß und Christian Wallnitz für die Abwehr nicht zur Verfügung stehen werden und Sebastian Huhn gesperrt ist.

Für den TuS spielten:

Juraj Pekar, Michael Reinhardt (Tor)

Stanislav Pupik (1), Andreas Krauß, Hendrik Pleines (1), Thomas Stanglmair (2), Korbinian Sparn, Andreas Knorr (2), Alexander Raff (4/1), Sebastian Huhn (2), Maximilian Dück (3), Tobias Prestele (4), Manuel Hattenberger (2), Christian Schott (1),