Hätte Panthercoach Martin Wild eine kurzfristige Regeländerung beim Handball durchsetzen können, so hätte er die Spielzeit wahrscheinlich auf 45 Minuten verkürzt. Denn dann hätte sein Pantherrudel zwei Punkte mehr auf dem Konto. 26:22 lautete die Führung zu diesem Zeitpunkt. Am Ende stand dennoch eine bittere 31:35 (15:16)-Niederlage im Derby gegen Würzburg.

Die Gründe dafür, dass die letzten 15 Minuten mit 13:5 an die fränkischen Wölfe gingen, hatten beide Trainer schnell ausgemacht. Während Johannes Heufelder seine Spieler dafür lobte, dass sie bis zum Schluss Energie und Kraft aufs Feld brachten, musste Wild seiner Mannschaft einmal mehr attestieren, dass in der Endphase der Partie die Kraft ausging.

Dabei waren nach längerer Zeit endlich mal wieder alle Rückraumspieler im Kader. Aber das war letztlich ein quantitativer Aspekt. Qualitativ war festzustellen, dass längst nicht alle Akteure schon wieder bei 100 Prozent sind. Philipp Halwatsch und Sebastian Meinzer trainieren erst seit kurzem wieder im Angriff und zeigten dafür eine ansprechende Leistung.

Manuel Riemschneider und Benedikt Kellner bekamen nach ihrer Erkrankung unter der Woche nur wenig Spielzeit. Blieben noch Han Völker, der trotz angeschlagenem Knie zehn Tore erzielte, und Kapitän Jonas Link, der mit sechs Toren auch über weite Strecken überzeugte. Für einen Sieg reichte das am Ende aber nicht.

„In der letzten Viertelstunde geht uns die Kraft aus, die Konzentration geht flöten – und dann machen wir Fehler“, sagte Wild nach dem Spiel. Freie Würfe landen nicht mehr im Tor, technische Fehler im Angriff führen zu Gegenstoßtoren der Würuburger. „Und die Abwehr, die 45 Minuten lang richtig gute stand, wird löchrig“, sagt Wild. Selbst ein siebter Feldspieler brachte nicht den gewünschten Effekt, weil die Panther in der Rückwärtsbewegung schliefen und die Gäste so immer wieder vom Anwurf aus ins leere Tor trafen.

Dennoch war bei Weitem nicht alles schlecht, was Wild gesehen hatte. Im Gegenteil. „Wir sind nach einer schwierigen Phase wieder auf einem ganz guten Weg“, sagt Wild. Die Rückkehr von Halwatsch und Meinzer habe bereits geholfen. 45 Minuten lang habe man gegen Würzburg vieles besser gemacht als in den Wochen zuvor. „Wir haben gute gearbeitet und sind Tempo gegangen.“

Dass es am Ende trotzdem nicht gereicht hat, sei schade. „Denn die Jungs haben über weite Strecken gut gearbeitet und alles gegeben.“ Jetzt hofft der Panthercoach, die letzten paar Wochen der Saison ohne größere Ausfälle arbeiten zu können. „Dann wird auch alles wieder besser und erfolgreicher.“

Panther: Luderschmid, Müller; Bernhard 4, Silvestri, Hlawatsch 3, Riesner 4, Kellner 1, Meinzer 1, Kerst 1, Völker 10, Link 6, Schell, Pichler 1, Riemschneider, Damm, Prestele

Andreas Daschner