Vier Spiele, 8:0 Punkte, Platz zwei – noch vor dem Zweitligaabsteiger und großen Ligafavoriten Konstanz. Diese Bilanz der Panther hatten wohl nur die kühnsten Optimisten erwartet – zumal die Vorbereitung unter anderem mit der schweren Verletzung von Neuzugang Han Völker alles andere als optimal verlaufen war. Doch davon war auch beim 37:34 (17:14)-Sieg gegen Erlangen wieder wenig zu sehen.

Ein ganz klein wenig tritt Panthercoach Martin Wild schon auf die Euphoriebremse. Drei der vier Siege seien gegen Mannschaften zustande gekommen, die er als Abstiegskandidaten sehe. Erlangen zählte er aber nicht dazu. „Und mehr als unsere Spiele gewinnen, können wir nicht“, so der Übungsleiter. Deshalb sei er auch fast rundum zufrieden“, so der Coach nach dem vierten Sieg im vierten Spiel.

Tatsächlich bekamen die Zuschauer im Pantherkäfig ein tolles Handballspiel zu sehen. „Viel Tempo, viel Kampf, mit vielen strittigen Entscheidungen, Emotionen und einer lauten Halle.“ So fasste Wild das Geschehen auf dem Feld zusammen. Dass seine Truppe auch noch einen Start-Ziel-Sieg hinlegte und nach dem frühen 2:0 die Führung nicht mehr abgab, realisierte er dabei erst so nach und nach.

Mit ein Grund für die schnelle Führung war die gute 3-2-1-Abwehr der Brucker. Schnell brachten sie Erlangen dazu, eine Aufholjagd mit siebtem Feldspieler zu wagen. Doch das ging in die Hose. „Erst hatten wir ein paar Probleme mit dem siebten Mann, aber dann haben wir das sehr gut gelöst“, sagt Wild. Immer wieder kamen die Panther zu Treffern ins leere Tor.

Dass es trotz zwischenzeitlichen Fünf- bis Sechs-Tore-Führungen bis zu Schlussminute spannend blieb, lag am einzigen Kritikpunkt, den Wild an diesem Abend hatte. „Wir hatten wieder Phasen, in denen wir am Drücker waren und den Deckel nicht drauf gemacht haben.“ Zu einfach habe man die zum Teil deutlichen Führungen wieder hergeschenkt. „Damit haben wir uns das Leben ein Stück weit selbst schwer gemacht.“

Die letzten zehn Minuten waren dann nicht nur für den Panthercoach „Spannung pur“. Dazu trugen auch die Schiedsrichter mit einigen kniffligen Entscheidungen bei. „Die sind nicht unbedingt zu unseren Gunsten ausgefallen“, sagt Wild. Dass seine Mannschaft den Sieg auch in einem solchen Spiel letztlich recht souverän nach Hause gefahren hat, mache ihn stolz.

Und auch die Entwicklung der jungen Spieler begeistert Wild. „Sebastian Allmendinger hat heute im Tor sein viertes gutes Spiel in Folge gemacht, bei Florian Bernhard würde man es nicht glauben, wenn man nicht wüsste, dass er erst 17 Jahre alt ist, und Philipp Halwatsch macht momentan riesige Entwicklungsschritte.“ Und auch wenn er nun einige Spieler namentlich genannt habe, so sei der Sieg doch wieder ein Teamleistung gewesen. „Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen und wird immer homogener“, freut sich der Coach.

Panther: Allmendinger, Bilic, Müller; Bernhard 4, Silvestri 1, Hlawatsch 6, Riesner 1, Kellner 6, Meinzer 2, Kerst 11/5, Link 3, Stumpf 1, Schell, Pichler, Damm 2, Prestele

Andreas Daschner