Als krasser Außenseiter gehen die Panther in das Freitagabendspiel gegen den HSV Hamburg. Aber das ist eine Rolle, die ihnen liegt. Coach Martin Wild und seine Truppe freuen sich schon auf das Spiel gegen den Spitzenreiter – und wollen alles daran setzen, um den Nordlichtern ein Bein zu stellen.

„Wir mögen solche Spiele“, sagt Wild. „Wir können volles Risiko gehen, mutig Handball spielen und können ohne Angst ins Spiel gehen.“ Dass sie damit überraschen können, haben die Panther zum Beispiel gegen den Tabellenzweiten Gummersbach gezeigt, den sie im Pantherkäfig sensationell besiegen konnten.

Und auch im Hinspiel in Hamburg fühlten sich die Brucker als Underdog pudelwohl und hatten den HSV am Rande eines Punktverlusts. Auch wenn sie sich am Ende mit einem Tor geschlagen geben mussten, sagt Wild: „Ein Punktgewinn wäre damals verdient gewesen.“

Allerdings bringt die Leistung aus dem Hinspiel auch einen negativen Touch für das Duell im Pantherkäfig mit sich. Denn nach dem starken Auftritt im hohen Norden werden die Gäste die Brucker sicher nicht unterschätzen – zumal der TuS seinerzeit auch noch auf Max Horner, Sebastian Meinzer, Johannes Stumpf und Alexander Leindl verzichten mussten. Von dem Quartett fehlt nur der Langzeitverletzte Leindl auch im Rückspiel.

Mit diesen Fakten und dem Blick auf das Gummersbachspiel im Hinterkopf seien die Hamburger vorgewarnt, so Wild. „Die werden das Spiel auch entsprechend konzentriert angehen.“ Zumal der HSV große Pläne hat. „Bei denen ist alles auf eine Rückkehr in die 1. Bundesliga ausgerichtet“, hat der Panthercoach beobachtet.

Darauf deuten auch die Neuverpflichtungen hin: Noch in der laufenden Saison kam Torhüter Jens Vortmann von Wilhelmshaven an die Alster. Der Keeper hat mehr als 350 Spiele in der Bundesliga bestritten. Erfahrung in der deutschen Eliteklasse hat auch Rückraumspieler Nicolai Theilinger. Der Linkshänder kommt aber erst zur neuen Spielzeit, die Hamburg aber sicher gerne eine Klasse höher bestreiten möchte.

Die Ambitionen der Gäste sind aber auch Motivation für die Panther. Wild muss seine Spieler jedenfalls nicht mehr extra heiß machen. „Einem geilen Spiel steht nichts mehr im Wege“, sagt der Übungsleiter. Lediglich ein paar Zuschauer würde er sich in der Halle wünschen, was Corona aber weiterhin nicht zulässt. Die Pantherfans können das Spiel aber wie üblich im Online-Stream auf handball-deutschland.tv verfolgen.

Andreas Daschner