Es ist zwar ein Duell der Aufsteiger, wenn der Wilhelmshavener HV am Samstag um 19.30 Uhr in der Wittelsbacher Halle auf die Panther trifft. Doch die Gäste von der Nordsee haben auch etliche Jahre Erfahrung in der 1. und 2. Bundesliga gesammelt. Einmal mehr gehen die Panther daher als Außenseiter ins Rennen.

Dass die Luft in der zweithöchsten deutschen Spielklasse deutlich rauer weht als noch in der 3. Liga, müsse man erst einmal verdauen und akzeptieren“, sagt Brucks Teammanager Marco Müller, der den bei einem Trainerlehrgang weilenden Chefcoach Martin Wild unter der Woche vertreten hat. In erster Linie gelte es, den Respekt abzulegen. „Wir haben in den ersten Spielen viel zu verhalten agiert.“ In Gummersbach sei man natürlich auf eine Wahnsinns-Mannschaft getroffen. „Wir haben aber auch selbst dazu beigetragen, dass wir mit 1:8 ins Spiel gestartet sind.“

Gegen Wilhelmshaven gilt es daher, von Anfang an wach ins Spiel zu gehen. Ob die Nordlichter, die satte 840 Kilometer Anreise haben, zu den Gegnern zählen, die man schlagen kann, will Müller nicht konkret beantworten. „Wenn bei uns aber alles optimal läuft, dann gibt es viele Mannschaften, gegen die wir überraschen können – gerade in dieser Saison wo durch Corona für viele vieles neu ist.“

Neu ist für die Panther auch, dass sie eben wegen der Pandemie ein Geisterspiel austragen müssen. Durch den hohen Inzidenzewert im Landkreis – zuletzt lag er bei fast 88 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – muss der Pantherkäfig gegen Wilhelmshaven leider leer bleiben. „Das ist natürlich schade“, sagt Müller. Bei den Spielern war das Fehlen der enthusiastischen Fans freilich auch ein Thema. „Im Endeffekt sind aber alle froh, dass wir überhaupt wieder spielen dürfen.“

Die Gäste aus Wilhelmshaven haben die Panther auf Video studiert. Müller stand dabei auch immer im engen telefonischen und Online-Kontakt mit Wild. Die Erkenntnis: „Wilhelmshaven ist eine Top-Mannschaft“, so Müller. Im Tor hat man mit Jens Vortmann einen erfahrenen Mann von Erstligist Leipzig an die Nordsee gelotst. Tobias Schwolow fand sich ebenso wie Rene Drechlser bereits im Kreis der besten Zweitliga-Torjäger wieder. Dazu hat Müller Top-Außenspieler ausgemacht, und die Kreisläufer seien sogar regelrechte „Maschinen“.

Bange machen gilt für die Panther trotzdem nicht – auch nicht angesichts der bisherigen zwei klaren Niederlagen. „Die Saison ist noch jung, da kann noch viel passieren“, sagt Müller. Gegen Eisenach sei noch alles neu gewesen, in Gummersbach sei man erstmals so weit mit dem Zug angereist, um dann gegen einen selbsternannten Aufstiegsfavoriten zu spielen. Jetzt muss sich die Mannschaft aber akklimatisieren und auch gedanklich in der 2. Bundesliga ankommen. „Wir wissen, wir können besser und giftiger spielen“, sagt Müller. Zu spüren soll dies Wilhelmshaven bekommen, gegen die dann auch Wild wieder mit an Bord sein wird.

Andreas Daschner